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Archive in Niedersachsen

Archive entstehen aus jeder geordneten Verwaltung. Sie wahren Rechtssicherheit und -kontinuität, erlauben es, das Verwaltungshandeln zu kontrollieren, und bieten (seit ihrer Öffnung im Zuge der Demokratisierung des 19. Jahrhunderts) der historischen Forschung Quellen von höchster Authenzität. Archive hemmen den Gedächtnisschwund.

Die früheste Erwähnung eines niedersächsischen Archivs findet sich zum Jahr 1074. Der Geschichtsschreiber Adam von Bremen berichtet von Urkundenschreinen und dem Archiv der Erzbischöfe von Bremen. Die Erzbischöfe beherrschten weite Teile des Elbe-Weser-Dreiecks; ihre Urkunden und Akten gehören heute zu den Beständen des Staatsarchivs in Stade. In Stade liegt auch die älteste in Niedersachsen erhaltene Urkunde: ein Diplom Kaiser Ludwigs des Deutschen von 849.

Niedersachsen besitzt eine vielfältige Archivlandschaft. Die Behörden, Gerichte und sonstigen Stellen des Landes müssen ihr Schriftgut dem Nieders. Landesarchiv anbieten; die Mitarbeiter des Landesarchivs ermitteln daraus die archivwürdigen Unterlagen und übernehmen sie auf Dauer. Auch die Kreise und Kommunen haben die gesetzliche Pflicht, ihr Archivgut zu sichern. Neben den sieben Staatsarchiven des Landesarchivs - Aurich, Bückeburg, Hannover, Oldenburg, Osnabrück, Stade und Wolfenbüttel - gibt es daher zahlreiche Stadt- und Kreisarchive, ferner bedeutende Kirchen-, Hochschul-, Adels- und Wirtschaftsarchive. Mitunter reicht die nicht-staatliche Überlieferung weit zurück: Das Stadtarchiv Goslar verwahrt z. B. eine Königsurkunde von 937. Die größeren Städte unterhalten in der Regel hauptamtlich geleitete Archive, ebenso einige Landkreise. Das Archiv des Kreises Cuxhaven in Otterndorf, 1948 als Archiv des Kreises Land Hadeln gegründet, gilt als das älteste Kreisarchiv Deutschlands.

An Kirchenarchiven seien die Archive der lutherischen Landeskirchen, die katholischen Bistumsarchive in Hildesheim und Osnabrück und das Archiv der evangelisch-reformierten Kirche in Nordwestdeutschland und Bayern genannt. Selbstverständlich hat außerdem jede Kirchengemeinde ihr Archiv.

Wichtige Quellen zur Orts- und Sozialgeschichte verwahren die Adels- und Gutsarchive. Einige der größeren sind in den Staatsarchiven deponiert.

Archive neueren Typs stellen die bedeutenden Wirtschaftsarchive dar. Das größte niedersächsische Wirtschaftsarchiv ist das VW-Archiv in Wolfsburg. 2005 wurde die Stiftung NIedersächsisches Wirtschaftsarchiv Braunschweig in Wolfenbüttel errichtet. Das Niedersächsische Wirtschaftsarchiv bewahrt das Archivgut solcher Unternehmen, die kein eigenes Firmenarchiv unterhalten.

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