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Horst Milde

Präsident des Niedersächsischen Landtages a. D.


geb. 1933 in Breslau

Horst Milde trat nach Abschluss seiner Schulbildung in den Dienst der Stadt Leer. Von 1968 bis 1973 war er hier Bürgermeister, daneben von 1964 bis 1973 Abgeordneter des Kreistages und wirkte von 1965 bis 1968 als stellvertretender Landrat des Landkreises Leer. 1973 wurde er zum Präsidenten des Niedersächsischen Verwaltungsbezirks Oldenburg berufen und 1976, nach Bildung einer von Ministerpräsident Albrecht geführten CDU-Regierung, in den einstweiligen Ruhestand versetzt.
Seit 1956 Mitglied der SPD, führte Milde nach seiner Wahl in den Oldenburger Stadtrat 1977 die dortige Stadtratsfraktion. 1986 wurde er zum Oberbürgermeister gewählt; in diesem Amt setzte er sich für die neu gegründete Universität Oldenburg ein und förderte die Zusammenarbeit von Stadt und Region mit der Hochschule. 1996 wurde er zum Ehrenbürger der Universität und 2005 zum Ehrensenator der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven ernannt.

Dem Niedersächsischen Landtag gehörte Milde ununterbrochen seit 1978 als Abgeordneter an (davor schon in der 6. und 7. Wahlperiode bis 1973). Nach dem Regierungswechsel 1990 wurde er zum Präsidenten des Niedersächsischen Landtages gewählt. Er setzte sich intensiv dafür ein, die Würde des Parlaments stärker zu achten und plädierte für die Gründung eines "Nordstaats", bestehend aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Er beklagte, dass die Bundesländer häufig nur noch einen "Exekutiv-Föderalismus" praktizierten. Politisches Ziel war für ihn, die Stärkung der Gesetzgebungskompetenz und damit verbunden eine Änderung der deutschen Finanzverfassung. Nach den Landtagswahlen 1998 schied Milde aus Altersgründen aus seinem Amt als Landtagspräsident aus.

Horst Milde war stellvertretender Vorsitzender des SPD-Bezirks Weser-Ems und Mitglied des SPD-Landesvorstandes Niedersachsen, Vorsitzender des Landesverbandes der Volkshochschulen in Niedersachsen, Vorsitzender des Kuratoriums der FHS Oldenburg-Ostfriesland-Wilhemshaven, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates im Oldenburger Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Informatik-Werkzeuge und -Systeme, Vizepräsident des Niedersächsischen Heimatbundes, Gründungsmitglied der Sozial-demokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik und Mitglied der ÖTV.

Auf Grund seiner Liebe zu seiner Heimat Schlesien und seiner Erlebnisse bei Flucht und Vertreibung setzt er sich seit Jahrzehnten in vielfacher Weise für seine Vaterstadt Breslau und die Verständigung mit Polen ein. Hierfür erhielt er mehrfache Ehrungen. U. a. wurde er vom polnischen Staatspräsidenten 1999 mit dem Offizierskreuz der Republik Polen und von der dortigen Deutschen Sozial-kulturellen Gesellschaft 2002 mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Im Jahr 2000 war er Ehrengast seiner Heimatstadt Breslau/Wroclaw beim 1000jährigen Stadtjubiläum.
Milde ist Mitglied der Jury "Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsens". 2013 wurde er als "Verdienter Bürger von Breslau" geehrt und erhielt die Medaillen "Merito de Wratislawia" und "1000 Jahre Breslau".

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