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Entwicklungspolitik

Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern


Grundsätze der Zusammenarbeit

Die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) der Landesregierung dient der Völkerverständigung und dem friedlichen Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Sie kommt langfristig dem Land Niedersachsen selbst, den hier lebenden Menschen, der Umwelt und der Wirtschaft zu Gute. Die Landesregierung spricht von EZ anstelle von Entwicklungshilfe und betont damit den partnerschaftlichen Charakter. In armen Ländern und Krisengebieten im Ausland geht es vor allem darum, die Armut zu bekämpfen, die Selbsthilfefähigkeit zu fördern, Menschenrechte durchzusetzen und tragfähige Demokratien aufzubauen.

Niedersachsen ist auf zwei Ebenen aktiv: Einerseits im Ausland und andererseits im Inland. Im Ausland engagiert sich Niedersachsen vor allem in der Partnerschaft mit der Provinz Ostkap (Eastern Cape) in Südafrika sowie im Rahmen von Projekten in Tansania. Die Zusammenarbeit erfolgt insbesondere auf staatlicher Ebene in den Bereichen Verwaltung und Bildung.

Im Inland geht es vor allem darum, internationale Vereinbarungen und Abkommen wie die Agenda 21 der UNCED-Konferenz von Rio 1992 und die UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014) umzusetzen. Ziel ist es möglichst viele Bürgerinnen und Bürger an der EZ zu beteiligen und ehrenamtliches Engagement zu unterstützen. Deshalb fördert das Land die Arbeit des Verbandes Entwicklungspolitik Niedersachsen (VEN), das ist der Dachverband der entwicklungspolitischen Nicht-Regierungs-Organisationen. Der VEN macht Angebote zur Qualifizierung und hilft bei der Vernetzung der vielen kleinen Initiativen. Er bearbeitet Anträge für Kleinprojekte der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und organisiert Kampagnen im Inland, z.B. zum Fairen Handel.

Folgende Projekte in Tansania werden durch das Land Niedersachsen finanziell gefördert:

Ausbildungskurse für Mädchen durch die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) führt zertifizierte Ausbildungskurse für Mädchen in Tansania durch, um die sexuelle und reproduktive Gesundheitssituation von Mädchen im Alter von 10 bis 24 Jahren zu verbessern. Die Mädchen sollen ihr Leben eigenständig und verantwortungsvoll gestalten können. Dabei geht es insbesondere darum, die immer noch weit verbreitete Genitalverstümmelung von Mädchen langfristig zu bekämpfen. Die geschulten Mädchen sollen wiederum andere Mädchen und Gemeindemitglieder schulen, so dass eine Multiplikatorwirkung entsteht.

Fortbildung Sonderpädagogik und Humanitäre Hilfe für Waisenhaus

Die Leibniz Universität Hannover betreibt langjährige Projekte im Bereich der Aus- und Fortbildung von sonderpädagogischen Fachkräften für frühe Bildung/Sprache sowie zur humanitären Hilfe (medizinisch-therapeutische Versorgung) für das Waisenhaus in Irente/Lushoto unter besonderer Berücksichtigung der Nachhaltigkeitssicherung. Die Projekte werden weiterhin durch das Land Niedersachsen gefördert.

Forschungs- und Nachwuchsförderung der Uni Vechta

Die Universität Vechta unterstützt die Partneruniversität St. Augustine University of Tanzania, Mwanza bei der Weiterqualifizierung junger Dozenten und fördert die internationale Mobilität der Dozenten und Studenten.

Landnutzungsentwicklung durch das vTI

Das Projekt „zukunftsorientierte Landnutzungsentwicklung" des von Thünen-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium Niedersachsen unterstützt Tansania im land- und forstwirtschaftlichen Bereich. Ziel ist eine nachhaltige Landnutzung durch Unterstützung von Aufforstungs- und Rehabilitierungsmaßnahmen, wie auch eine verbesserte Bewirtschaftung und Vermarktung von lokal angebautem Obst.

Bürgermedien-Partnerschaft zwischen Niedersachsen und Tansania

Zwischen den niedersächsischen Bürgerradios und den Community-Radios in Tansania findet seit 2010 ein Austausch von Experten statt, um die Radioproduktion in Tansania zu ermöglichen bzw. technische Hilfestellung zur Verfügung zu stellen. Die St. Augustine University of Tanzania, Mwanza unterstützt dieses Projekt. Mitarbeiter aus Niedersachsen reisten nach Tansania bzw. erhielten einen Gegenbesuch tansanischer Mitarbeiter, bei denen praktische Erfahrungen in den Bürgerradios vor Ort gesammelt sowie Seminare besucht wurden. Inhaltlich wird Hilfestellung im Rahmen journalistischer Radioberichterstattungen, vor allem über landwirtschaftliche und Umweltthemen, geleistet und die technische Absicherung der Produktions- und Sendefähigkeit durch Solarenergie unterstützt. Radio-Tanzania ist über das Internet zu empfangen.

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