Jahrgang 1956, Studium der Germanistik und Philosophie an den Universitäten Münster und Osnabrück, 1978 Literatur-Förderpreis seiner Heimatstadt Osnabrück, gehört zu den bekanntesten deutschsprachigen Rockmusikern. Mit "Dein ist mein ganzes Herz" landete er seinen ersten Top-Ten-Hit, es folgten Charterfolge wie "Mit Leib und Seele" oder "Alles was sie will" und die Verleihung namhafter Schallplattenpreise. Darüber hinaus absolvierte er zahlreiche Tourneen.
In den 80er Jahren begann Heinz Rudolf Kunze - neben der Produktion von Erfolgsalben wie "Brille" (1991), "Macht Musik" (1994), "Halt" (2000), "Rückenwind" (2003), "Das Original" (2004), "Kommando Zuversicht" (2006) und "Klare Verhältnisse (2007) - auch als Musicalübersetzer und Autor zu arbeiten. So übertrug er "Les Misérables" (1993 in Österreich mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet), Miss Saigon" und "Rent" ins Deutsche; 1988 erhielt er den höchsten Preis der deutschen Musical-Industrie für seine Übersetzung des Lloyd Webber-Stücks "Joseph".
Mit der Neubearbeitung von Shakespeare´s"Sommernachtstraum", zu dem Heiner Lürig die Kompositionen beigesteuert hat, hat er seine erfolgreiche Arbeit als Songtexter und Autor fortgesetzt. Mit ausverkauften Vorstellungen in den vier Jahren Spielzeit im Gartentheater Herrenhausen übertraf es alle Erwartungen. Im Sommer 2007 hatte das neue Shakespeare-Musical "Kleider machen Liebe oder: Was ihr wollt" Premiere.
Heinz Rudolf Kunze hat als Autor inzwischen zahlreiche Bücher veröffentlicht, die er in musikalischen Lesungen in ganz Deutschland zusammen mit seinem Manager und Musiker Wolfgang Stute vorstellt.
"Sprache ist ein Scheitern, das der Rede nicht wert ist" – zumindest für Heinz Rudolf Kunze. Er lässt ihr nichts durchgehen, und erst recht nicht denen, die geschwätzig die eigene Geistlosigkeit nieder reden wollen.
Kunze bleibt der unbequeme Beobachter, der in seinem reichen Sprachreservoir immer wieder neue Mittel findet, schleichende Veränderungen in der Gesellschaft in ein schrilles, entblößendes Licht zu rücken. Das Erstarren in der Warteschleife des Lebens, die Orientierungs- und Ziellosigkeit in Politik und Privatem stehen in seinen Texten und Liedern meistens im Vordergrund. Doch Kunze ist keiner, der aus dem Glashaus heraus mit Steinen wirft. Immer wieder stellt er kritisch die eigene Zuschauer-Position in Frage, beschreibt die Diskrepanz von Sehnsüchten und Vermögen, vom Aufruhr der Gedanken und dem Defätismus oder der Ratlosigkeit, wenn es darum geht, diese ins Leben hinein zu stoßen. Er provoziert, spielt mit Rollen und Haltungen, schmäht und ironisiert, ist bitter oder kokett – kurz, er tut alles, um seine Zuhörer und Leser zu einem Gespräch zu verführen, zum Widerspruch zu reizen oder zum Zuspruch. Keine Chance der "Gähnmanipulation"!