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Dr.-Ing. E.h. Dipl.-Ing. Aloys Wobben

Windkraft-Ingenieur, geb. 22. Januar 1952 in Werlte (Emsland)

Aloys Wobben, geb. am 22. Januar 1952 in Werlte (Emsland), absolvierte eine Ausbildung als Elektromaschinenbauer und studierte anschließend Elektrotechnik an der Fachhochschule Osnabrück und später an der Technischen Universität Braunschweig.

Schon früh interessierte sich Wobben für die technologische Entwicklung erneuerbarer Energien. Die Ölkrise und das daraus resultierende Sonntagsfahrverbot 1973 hatten ihm das Problem der Endlichkeit fossiler Ressourcen bewusst gemacht. In den siebziger und frühen achtziger Jahren forschte er an der TU Braunschweig u.a. zum Thema Frequenzumrichter. Er hatte die Idee, Windenergieanlagen mithilfe von Vollumrichtern vom Übertragungsnetz zu entkoppeln, um sie so mit variabler Drehzahl betreiben zu können. Konventionelle Windenergieanlagen drehten sich mit fester Drehzahl, damit sie direkt in das mit 50 Hz schwingende Versorgungsnetz einspeisen konnten.

Der begnadete Ingenieur und Tüftler hatte bereits 1975 zusammen mit seinem Studienfreund Meinhard Remmers aus Ihlow die erste Windenergieanlage mit einer Leistung von 7,5 Kilowatt entwickelt. Mitte der 80er Jahre mit Gründung der Firma ENERCON wurden die ersten Prototypen in Serie hergestellt. Eine Anlage aus der ersten Generation dreht sich noch heute in seinem Garten.

ENERCON bestand anfangs nur aus einer Handvoll Mitarbeiter – heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 12.000 Mitarbeiter (indirekt und direkt). Der erste Kunde war das Möbelhaus Flüger in Norddeich, wo ENERCON eine E-15 mit 55 kW Nennleistung errichtete. Viele weitere Kunden folgten. Mit hohem persönlichem und unternehmerischem Risiko steigerte Wobben die Effizienz der Windenergieanlagentechnik zu einem Zeitpunkt, als der Markt für Windenergietechnologie noch in den Kinderschuhen steckte.

In seinem Unternehmen legte der Pionier stets besonderen Wert auf eine eigene intensive Forschung und Entwicklung. Die meisten Probleme der ersten Anlagengeneration rührten vom Getriebe her. Nach Jahren intensiver Entwicklung entstand 1992 die E-40 mit 500 kW Nennleistung als erste getriebelose ENERCON Windenergieanlage. Das getriebelose Anlagenkonzept mit wenig drehenden Bauteilen, welche die mechanische Belastung auf ein Minimum reduziert und die technische Lebensdauer um ein Vielfaches erhöht, ist heute kennzeichnend für alle ENERCON Windenergieanlagen. Damit war Aloys Wobben seinem Ziel einer effizienten Nutzung regenerativer Energien ein großes Stück näher gekommen.
Die Produktpalette von ENERCON umfasst heute Anlagen mit einer Nennleistung von 330 kW bis 6.000 kW. Mit Stand Dezember 2009 hat ENERCON weltweit mehr als 15.600 Anlagen errichtet, welches einer installierten Leistung von 19,7 GW entspricht. Das global agierende Unternehmen ist in über 30 Ländern präsent mit Produktionsstätten in Deutschland (Aurich, Emden, Magdeburg), Türkei, Schweden, Brasilien, Indien, Portugal und ab 2010 auch in Kanada. ENERCON gilt als Technologieführer in der Windenergiebranche mit langjähriger Marktführerschaft in Deutschland. Weltweit rangiert das Unternehmen an vierter Position.

Aloys Wobben

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