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Der demografische Wandel in Niedersachsen

Karte zur Veränderung der Bevölkerungszahlen im Zeitraum 2015 bis 2031  

In Niedersachsen wohnen auf einem Quadratkilometer 164 Menschen. Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist Niedersachsen damit schon heute dünn besiedelt. Nach der aktuellen regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (2010) wird die Bevölkerung in nur 15 Jahren um den Umfang einer Großstadt weiter schrumpfen, so sinkt die Einwohnerzahl Niedersachsens bis 2030 von zurzeit 7,8 Millionen Personen auf voraussichtlich nur noch 7,5 Millionen. Im Jahr 2060 werden lediglich noch 6,2 Millionen Menschen in Niedersachsen leben. Das entspricht der Einwohnerzahl von 1946 und ist im Vergleich zu heute ein Rückgang von über 20 Prozent.

Wir werden weniger - aber nicht überall

Die Einwohnerzahl entwickelt sich regional höchst unterschiedlich: Einerseits steigt die Bevölkerungszahl in einigen Landkreisen im Westen Niedersachsens, im Hamburger Umland sowie in einigen Großstädten wie Hannover, Braunschweig und Oldenburg bis zum Jahr 2030 sogar noch an. Andererseits droht die Einwohnerzahl in einzelnen Regionen, insbesondere im Süden und Osten des Landes sowie an der Küste umso stärker zu sinken. Hier werden Landkreise und Städte gegebenenfalls einen Rückgang ihrer Bevölkerung von bis zu einem Fünftel ihrer Einwohnerinnen und Einwohner hinnehmen müssen.


Ein Beispiel: Für den Zeitraum von 2013 bis 2031 wird der Stadt Salzgitter ein Bevölkerungsverlust von 24 Prozent prognostiziert, dem Landkreis Vechta hingegen für den gleichen Zeitraum ein Bevölkerungswachstum von 15,3 Prozent.


Karte zur Bevölkerungsdichte in Niedersachsen 2013  
Bevölkerungsdichte in Niedersachsen 2014
Karte zur Bevölkerungsdichte in Niedersachsen 2031  
Bevölkerungsdichte in Niedersachsen 2031

Trendwende in Sicht?

Die Bevölkerung Niedersachsens verzeichnet seit 2012 einen leichten Anstieg. Die Entwicklung ist damit erstmals seit 2005 wieder positiv. Zurückzuführen ist dies auf die Zuwanderung von Migrantinnen und Migranten. Das Geburtendefizit besteht nach wie vor. 2013 wuchs die Bevölkerung des Landes um rund 11.000 Personen.


Wir werden älter

Die weiterhin steigende Lebenserwartung wirkt sich ebenfalls auf die Struktur der Bevölkerung aus. So positiv und erfreulich die Errungenschaften einer „Gesellschaft des langen Lebens" sind, so deutlich zeigen die Bevölkerungsprognosen den Wandel auf: Das Durchschnittsalter in Niedersachsen wird sich von 44,4 Jahren im Jahre 2014 auf 47,7 Jahre im Jahr 2030 erhöhen.

Wie die Entwicklung der Einwohnerzahl weist auch die Altersstruktur starke regionale Unterschiede auf: Im Westen lebt heute gewissermaßen die „junge" Bevölkerung Niedersachsens. So hat Niedersachsen mit Cloppenburg und Vechta die jüngsten und mit Goslar und Osterode die ältesten Landkreise Deutschlands.


Wir sind nicht überaltert, sondern unterjüngt

Die über 65-Jährigen machen heute rund 20 Prozent der Bevölkerung Niedersachsens aus. 2030 wird ihr Anteil bei knapp 30 Prozent liegen, in einigen Landkreisen im Harz und im Osten Niedersachsens bei fast 40 Prozent. Die Zahl der über 80-Jährigen wird von heute gut fünf Prozent auf gut acht Prozent im Jahr 2030 steigen. Somit werden im Jahr 2030 etwa 29 Prozent Rentnerinnen und Rentnern nur 17 Prozent Kinder und Jugendliche gegenüberstehen.

Beispiele: Mit 40,3 Jahren im Jahre 2014 lag das Durchschnittsalter im Landkreis Vechta weit unter dem Landesdurchschnitt. Der Anteil der unter 20-Jährigen belief sich dort im Jahre 2013 auf 20 Prozent und wird bis 2030 auf 17,6 Prozent sinken.
Im Landkreis Osterode am Harz war dagegen das Durchschnittsalter mit 48,6 Jahren erkennbar hoch. Der Anteil der unter 18-Jährigen lag dort bereits im Jahre 2013 bei nur 14,7 Prozent und wird bis 2030 sogar auf nur noch 12,8 Prozent weiter absinken.


Weitere Informationen zum demografischen Wandel vermittelt auch der interaktive Regionalmonitor des Statistischen Landesamtes.

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Weitere Informationen zum demografischen Wandel finden Sie beim interaktiven Regionalmonitoring des Statistischen Landesamtes.

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