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Reisen & Tourismus – Antworten auf häufig gestellte Fragen

zuletzt aktualisiert am 09.08.2020


Nachfolgend finden Sie Antworten auf die häufig gestellten Fragen zu Reisen ins Ausland beziehungsweise zu Einreisen aus dem Ausland nach Niedersachsen.

Wer seinen Urlaub im Ausland verbracht hat und wieder nach Deutschland einreist, kann sich innererhalb von 72 Stunden kostenfrei auf das Coronavirus testen lassen. Seit dem 08.08.2020 gilt die Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten. Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie hier.

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Ich habe meinen Urlaub im Ausland verbracht. Muss ich mich jetzt auf das Corona-Virus testen lassen?
Wenn Sie in einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet Urlaub gemacht haben, dann ein klares Ja! Seit dem 08.08.2020 hat der Bund für Rückreisende eine Testpflicht eingeführt.
Alle anderen Auslandsurlauber dürfen sich auch kostenfrei testen lassen.

Ganz wichtig: Sie müssen diesen Test innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise machen. Wenn Sie später dran sind, zahlt der Bund die Kosten nicht mehr.


Ich war im Urlaub im Ausland, jetzt bin ich wieder zu Hause. Muss ich mich jetzt irgendwo melden? Wie komme ich an einen Testtermin?

Waren Sie in einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet? Wenn ja:

Sie müssen gleich nach Ihrer Ankunft zwei Anrufe erledigen:

1. Rufen Sie in Ihrer Hausarztpraxis an und fragen Sie nach einem Corona-Test, weil Sie aus dem Ausland bzw. einem Risikogebiet eingereist sind. Sollte Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt keine Sprechstunde haben, rufen Sie die 116 117, den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst an. Dort können Sie einen Termin für den Test vereinbaren.

2. Rufen Sie umgehend Ihr Gesundheitsamt an und geben Sie Bescheid, dass Sie aus einem Risikogebiet eingereist sind. Für die Zeit der Absonderung unterliegen Sie dann der Beobachtung durch diese Behörde.


Waren Sie in einen Urlaubsland, welches kein Risikogebiet ist und möchten sich testen lassen, müssen Sie wie oben beschrieben den Testtermin vereinbaren. Beim Gesundheitsamt brauchen Sie sich dann nicht melden!


Wo kann ich einen Test machen lassen?
Kommen Sie im Flughafen Hannover an, können Sie den Test gleich dort im Testzentrum machen lassen, noch bevor Sie nach Hause fahren.

Ansonsten fragen Sie das am besten gleich zu Hause telefonisch Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt. Einige Arztpraxen führen die Testung selber durch. Andere überweisen lieber an ein so genanntes Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung.


Muss ich grundsätzlich in Quarantäne, wenn ich aus dem Ausland nach Niedersachsen ein- oder zurückreise? Auch dann, wenn ich schon beim Test war?
Entscheidend für die Pflicht zur quarantäneähnlichen Absonderung ist vor allem das Infektionsgeschehen in dem Land, aus dem Sie ein- oder zurückreisen. Sofern Sie aus einem Risikogebiet ein- bzw. zurückreisen sind Sie rechtlich verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Wohnung, an den Ort des gewöhnlichen Aufenthalts oder in eine andere geeignete Unterkunft zu begeben.

Bitte beachten Sie zudem, wenn Sie Urlaub in einem Riskogebiet gemacht haben, müssen Sie sich unverzüglich (innerhalb von 72 Stunden) nach der Einreise in Deutschland auf das Coronavirus testen lassen. Diese Pflicht gilt seit dem 08.08.2020.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium.
Ob Ihr Reiseland tatsächlich zu einem Risikogebiet zählt, erfahren Sie tagesaktuell über das Robert-Koch-Institut (RKI).



Kann es passieren, dass ich nach meinem zweiwöchigen Auslandsurlaub der Testpflicht unterliege bzw. in Quarantäne muss, obwohl bei meiner Einreise in das Land dies noch kein Risikogebiet war?
Das ist leider nicht auszuschließen. Innerhalb von 14 Tagen kann sich das Infektionsgeschehen in einem Land durchaus so dynamisch entwickeln, dass bei Ihrer Rückreise möglicherweise eine Quarantänepflicht vorliegt.


Gibt es dabei Unterschiede zwischen europäischen Ländern und anderen Staaten außerhalb der EU?
Nein. Das Virus kennt weder Grenzen noch Staatengemeinschaften. Insofern bezieht sich die mögliche Pflicht der Quarantäne nur auf das Infektionsgeschehen in dem Reiseland. Sowie das Land als Risikogebiet ausgewiesen wird gilt diese Pflicht zur Absonderung.


Welche Länder gelten als Risikogebiet?
Als Risikogebiete gelten diejenigen Länder aber auch einzelne Staaten der USA, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht. Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium und wird durch das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht.


Was gilt, wenn ich zunächst in einem anderen Bundesland ankomme, zum Beispiel am Flughafen in Frankfurt?
Die Notwendigkeit der Absonderung ergibt sich grundsätzlich durch die Rückkehr aus einem Land mit besonderem Infektionsgeschehen, unabhängig davon, ob Sie zunächst in Frankfurt oder in einem anderen Bundesland landen und von dort weiter nach Niedersachsen reisen.


Wenn ich nur für einen Tag mit einer Übernachtung zu einer Familienfeier in einem ausgewiesenen Risikogebiet war …?
Die Pflicht zur Absonderung besteht hier nicht, weil Ihr Aufenthalt weniger als 48 Stunden betragen hat. Die 48-Stunden-Regel gilt allerdings nur dann, wenn Sie keine Symptome einer Covid-19-Erkrankung aufweisen!


Wie verhält es sich bei einer touristischen Busreise, die benachbarte Länder ansteuert?
Die Teilnahme an einer Busreise ändert nichts an dem oben beschriebenem Verfahren. Insbesondere wenn Sie länger als 48 Stunden in einem anderen Land waren und dieses als Risikogebiet ausgewiesen ist.


Was ist, wenn ich vor der Rückreise nach Niedersachsen negativ auf das Corona-Virus getestet wurde?
Wenn es sich um einen molekularbiologischen, einen so genannten PCR-Test handelt, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise durchgeführt wurde, gilt für Sie nicht die Testpflicht bzw. die Pflicht zur Quarantäne. Das ärztliche Zeugnis muss auf Deutsch oder Englisch verfasst sein und in einem vom Robert-Koch-Institut bekannt gegebenen Staat durchgeführt worden sein. Sie müssen sich aber trotzdem unverzüglich bei Ihrem Gesundheitsamt melden und dies mitteilen.
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Tests.html


Wenn ich aus einem Land, das als Risikogebiet eingestuft ist, nach Niedersachsen ein- oder zurückreise – was ist dann unter Absonderung genau zu verstehen?
Sie sind verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Wohnung, an den Ort des gewöhnlichen Aufenthalts beziehungsweise in eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und bis der durchgeführte Test bescheinigt, dass Sie sich nicht mit dem Coronavirus infiziert haben, dort zu bleiben!

Währenddessen ist es Ihnen nicht gestattet, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht Ihrem eigenen Hausstand angehören. Sie dürfen dann auch weder spazieren, noch einkaufen gehen.



Erfährt das Gesundheitsamt, wenn mein Test negativ war?
Das Gesundheitsamt bekommt nur vom Labor eine Information, wenn Sie positiv getestet wurden. Wenn der Test negativ ist, erfahren nur Sie das. Sagen Sie aber bitte in jeden Fall beim Gesundheitsamt Bescheid und legen das Testergebnis vor. Nur dann erlischt Ihre Quarantänepflicht.


Was ist, wenn ich aus einem Riskiogebiet komme und keinen Test mache lasse?
Dann verstoßen Sie leider gegen deutsches Recht. Nach dem Infektionsschutzgesetz ist das eine Straftat und kann mit bis zu 25.000 Euro Strafe geahndet werden. Aber, mal ganz ehrlich? Was spricht gegen den Test? Sie haben Gewissheit, dass Sie gesund sind und niemanden anstecken können!


Muss ich irgendwie nachweisen, dass ich im Ausland Urlaub gemacht habe, damit der Test kostenfrei durchgeführt wird?
Ja, sie müssen das mit Ihrem Flugticket oder auch anderen Quittungen, falls Sie nicht geflogen sind, nachweisen. Das können bswp. Zug- oder Fährkarten oder auch Hotelrechnungen etc. sein.


Müssen Personen, die aus einem Risikogebieten eingereist sind, einen oder zwei Tests machen?
Einreisende aus einem Risikogebiet müssen sich entweder 72 Stunden nach der Einreise oder 48 Stunden vor der Einreise testen lassen. Wenn der Test bereits 48 Stunden vor Einreise durchgeführt wurde, muss der Reisende das Ergebnis innerhalb von 72 Stunden dem zuständigen Gesundheitsamt vorweisen. Dafür muss die PCR-Testbescheinigung in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein.

Auch ein negatives Testergebnis stellt nur eine Momentaufnahme dar. Es kann trotzdem ein paar Tage später eine Erkrankung auftreten. Aus dem Grund ist es sinnvoll sich noch ein zweites Mal fünf bis sieben Tage nach dem ersten Test testen zu lassen. Dieser Test wird von dem zuständigen Gesundheitsamt angeordnet. Die Kosten werden, wie auch bei dem ersten Test, vom Bund übernommen. Bei auftretenden Symptomen sollten diese, auch nach einem negativen Test, mit einem Arzt abgeklärt werden. Zudem muss das jeweilige Gesundheitsamt benachrichtigt werden.


Wieso sind die Tests für Reiserückkehrer aus dem Ausland kostenlos? Das Risiko muss ihnen doch bewusst gewesen sein und der Urlaub war doch nur zum Vergnügen.

In vielen verschiedenen Ländern ist die Anzahl der mit Covid-19 infizierten Personen höher und damit steigt auch das Risiko einer Infektion. So ist die Wahrscheinlichkeit sich in anderen Ländern zu infizieren höher als in Deutschland. Durch die frühzeitige Testung von Reiserückkehrenden kann das Risiko einer unentdeckten Infektion und eine ungewollte Ansteckung anderer verringert werden. So können höhere Folgekosten vermieden werden.


Was ist, wenn ich einen Antikörpertest nachweisen kann?
Der Nachweis von Antikörpern deutet auf eine abgelaufene Infektion hin, ermöglicht aber aktuell keine belastbare Aussage dazu, ob dadurch eine Immunität besteht. Daher gilt hier keine Ausnahme – Sie müssen einen PCR-Test machen, wenn Sie aus einem Risikogebiet einreisen.


Wenn ich beispielsweise in der Türkei (aktuell 15.07.: Risikogebiet) einen Urlaub mache und danach in die Quarantäne muss – bekomme ich in der Zeit Lohnfortzahlung?
Davon sollten Sie keineswegs ausgehen! Ihre Reise in ein Risikogebiet vollziehen Sie nachweislich auf eigenes Risiko. Ob Ihr Arbeitgeber in einer nachfolgenden Quarantäne dann weiterhin Lohn/Gehalt zahlt, hängt von vielen arbeits- und dienstrechtlichen Bedingungen ab.
Der Arbeitgeber wird keine Entschädigung Ihrer Lohnkosten nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten können, wenn Sie wissentlich in einem Risikogebiet Urlaub machen.

Sie sollten sich daher zwingend vor einer Reise ins Ausland bei Ihrem Arbeitgeber informieren.
Dies gilt im Übrigen auch für den Fall, wenn während Ihrer Urlaubszeit das Land zu einem Risikogebiet ausgewiesen wird.


Was muss ich beachten, wenn ich jetzt in einem anderen Land Urlaub machen möchte?
Bitte beachten Sie, dass je nach Infektionsgeschehen die Länder unterschiedlichste Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergriffen haben. Dazu kann auch ein Einreiseverbot oder auch ein 14-tägiger Quarantäneaufenthalt gehören. Sie sollten sich daher vor Reiseantritt genauestens darüber informieren, welche Regeln an Ihrem Zielort getroffen wurden und wie sich das Infektionsgeschehen dort darstellt. Letzteres gibt auch Aufschluss darüber, wie Sie sich nach der Rückkehr zu verhalten haben.

» Hier geht es zu den Hinweisen des Robert-Koch-Instituts (RKI)

» Hier geht es zu den Hinweisen des Auswärtigen Amtes


Was tun, wenn eine geplante Reise nicht angetreten werden kann?

Welche gesetzlichen Regeln gelten im Rahmen einer Pauschalreise, wenn geplante Reisen abgesagt werden müssen?

Im Pauschalreiserecht kann nach § 651h des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) vor Reiseantritt von einem Reisevertrag zurückgetreten werden. In diesem Fall behält der Reiseveranstalter allerdings einen angemessenen Anspruch auf Entschädigung. Eine solche Entschädigung kann der Reiseveranstalter jedoch nicht verlangen, wenn am Bestimmungsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen. Umstände sind unvermeidbar und außergewöhnlich, wenn sie nicht der Kontrolle der Partei unterliegen, die sich hierauf beruft, und sich ihre Folgen auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Vorkehrungen getroffen worden wären. Dass die aktuelle Corona-Epidemie grundsätzlich diese „außergewöhnlichen Umstände“ begründen kann bzw. begründet hat, dürfte außer Frage stehen.

Wichtig: Jeder Einzelfall ist anders. Es kann auf viele Detailfragen ankommen: Wann wurde eine Buchung vorgenommen? Für welche Gegend? Wie waren die Bedingungen zum Zeitpunkt des Rücktritts vor Ort? Diese Fragen lassen sich allgemein leider nicht beantworten.

Was gilt, wenn keine Pauschalreise gebucht wurde?

Eine Pauschalreise ist eine Gesamtheit von mindestens zwei verschiedenen Arten von Reiseleistungen für den Zweck derselben Reise, § 651a Abs. 2 Satz 1 BGB. Soweit diese Voraussetzungen nicht vorliegen, gibt es noch viele andere Vertragsarten, die im Bereich der Reiseleistungen einschlägig sein könnten, wie z.B. Transportverträge verschiedenster Art (Flug, Bahn, Fähre) oder auch Übernachtungs- bzw. Unterbringungsverträge (Hotels, Ferienhäuser, Ferienwohnungen). Hier gibt es teilweise Sonderregelungen (wie z.B. nach der Fluggastrechteverordnung), teilweise auch nicht, so dass sich die Rechtsfolgen nach dem allgemeinen Vertragsrecht und aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Vertragspartner ergeben.

Wichtig: Hier sind ganz viele verschiedene Fallgestaltungen denkbar. Wann wurden die Verträge geschlossen? Wie ist die Situation zum Zeitpunkt des Reiseantritts? Was steht im Vertrag? Gibt es Allgemeine Geschäftsbedingungen? Deshalb ist eine allgemeine Auskunft, ob der Reisepreis entrichtet werden muss und wenn ja wie viel, oder ob gar Schadensersatz begehrt werden kann, nicht möglich. Allgemeine Aussagen bergen vielmehr das Risiko, dass sie auf die konkrete Situation nicht passen und zu falschen Rückschlüssen führen.

Wo kann ich weitere Informationen bekommen?

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hält ebenfalls Informationen bereit.

In jedem Fall empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit dem Vertragspartner, ob und inwieweit eine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann.

Für eine Prüfung im Einzelfall stehen die rechtsberatenden Berufe, in erster Linie die Anwaltschaft, zur Verfügung.

Wo sind zuverlässige Informationen und Hinweise zu finden?

Für aktuelle und verlässliche Informationen zum Coronavirus gibt es einige weitere Anlaufstellen.

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