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Reisen & Quarantäne – Antworten auf häufig gestellte Fragen

Hier informieren wir Sie zu:



Mallorca oder auch Teile von Dänemark gelten nicht mehr als Risikogebiet – was gilt es nun für Reisen zu beachten?
Generell ist festzustellen, dass Reisen in Zeiten einer weltweiten Pandemie nicht frei von Risiko sein können, auch dann nicht, wenn eine Region in Europa aufgrund der aktuellen Inzidenz-Zahlen nicht mehr als Risikogebiet eingestuft wird.
Ähnlich wie in Deutschland beobachtbar, ist ein aktuell ruhiges Infektionsgeschehen kein Garant dafür, dass dieses sich auch so fortsetzt. Gerade in jetzt stark besuchten Urlaubsregionen treffen dort Menschen aus allen Teilen Deutschlands und anderen Teilen Europas zusammen, in denen ein hohes und teilweise sehr hohes Infektionsgeschehen festzustellen ist.

Deutschlandweit liegt die Inzidenz heute (20. März) bei 99.9, der Anteil der Virusmutation B11.1.7 beträgt 72 %. Damit wird Mallorca durch die einreisenden Deutschen unweigerlich zu einer Insel, in der die gefährliche und hoch infektiöse Virusmutation sich stark verbreiten und bald vorherrschen wird. Insofern besteht nicht nur theoretisch, sondern rein praktisch eine erhöhte Gefahr sich in einem solchen Gebiet anzustecken. Die vor Ort ermittelte Inzidenz (als Grundlage der Einstufung zum Risikogebiet) zielt ja nicht auf die Touristen, sondern auf das Infektionsgeschehen der örtlichen Bevölkerung.
Eine einmalige Testung der Touristen bei der Einreise führt angesichts der potentiell längeren Infektionszeit nicht zu der notwendigen Sicherheit. Ein Test bei Einreise bildet stets nur den jeweils aktuellen Status ab. Eine Infektion wird gerade zu Beginn der Erkrankung durch den Test nicht sicher identifiziert. Für eine hinreichend sichere Identifikation von Covid-19-Erkrankungen ist eine Beobachtung über einen längeren Zeitraum in Quarantäne notwendig.
Eine Erkrankung an Covid-19 wird auch bei der Rückkehr ins Heimatland nicht immer sofort festgestellt werden. Bis zu 14 Tage nach einem negativen PCR Test kann es bei den Virusmutationen noch zu einer Ausprägung einer Covid-19-Infektion kommen.

Zu beachten ist dabei auch, dass die Einstufung zum Risikogebiet oder gar zum Virusmutationsgebiet auch während des Urlaubs erfolgen kann. Entscheidend für die daraus beispielsweise folgende Quarantäne ist dabei der Zeitpunkt Ihrer Rückkehr nach Niedersachsen und nicht der Umstand, dass Sie in ein (zum Zeitpunkt des Urlaubsantritts) „Nicht-Risikogebiet“ gereist sind.

Ebenfalls ist zu beachten, dass mögliche Reiseländer auch ihrerseits Regelungen für die Einreise von deutschen Touristen getroffen haben. So ist in Dänemark eine touristische Einreise weiterhin nicht gestattet, dies gilt auch für deutsche Ferienhaus- oder Bootsbesitzer (Stand: 20.03.2021, Quelle: Auswärtiges Amt). Die Tatsache, dass Teile von Jütland (beliebte Reiseregion) kein Risikogebiet mehr sind, ermöglicht also keineswegs automatisch die Einreise nach Dänemark.

Aus diesen Gründen rät die Niedersächsische Landesregierung in der aktuellen Situation dringend von Fernreisen ab, so verständlich die Sehnsucht nach Reisen auch ist.



Ein- bzw. Rückreise aus dem Ausland:
Quarantäneregelungen sowie Testpflicht

Die aktuell gültige Niedersächsische Quarantäne-Verordnung finden Sie auf der Seite:
Vorschriften der Landesregierung.

Die Einreiseverordnung des Bundesgesundheitsministerium finden Sie auf nachstehender Seite:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/2021/1-quartal/einreise-vo.html



Die neue Einreise-Verordnung des Bundes löst die kurzfristig vor Weihnachten ergriffenen Einreisebeschränkungen bezüglich des Vereinigten Königreichs und Südafrika ab und sieht nun generell bei Einreisen aus Ländern, die als Verbreitungsgebiet problematischer Virusvarianten eingestuft werden, strengere Auflagen für die Beförderer von Reisenden sowie verschärfte Test- und Quarantänepflichten vor.

In § 3 der Einreise-Verordnung des Bundes wird zwischen normalen Risikogebieten, Hochinzidenzgebieten und Virusvarianten-Gebieten unterschieden.

  • (Normale) Risikogebiete sind Gebiete, die im Sinne des § 2 Nr.17 des Infektionsschutzgesetzes mit einem erhöhten Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-als Risikogebiet eingestuft und durch das Robert Koch-Institut veröffentlicht worden sind.
  • Hochinzidenzgebiete sind Risikogebiete, in denen eine besonders hohe Inzidenz für die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.
  • Virusvarianten-Gebiete sind Risikogebiete, in denen bestimmte Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 verbreitet aufgetreten sind.

Die jeweils aktuellen Listen aller drei Risikogebietstypen finden sich auf der RKI-Webseite:https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html

Bereits seit der zweiten Januarwoche gilt in Niedersachsen bei Einreisen aus Risikogebieten neben der vierzehntägigen Quarantänepflicht eine ‚Zwei-Test-Strategie‘: Ein erster Test muss verpflichtend bei der Einreise aus einem Risikogebiet durchgeführt werden, dann beginnt ungeachtet des Testergebnisses eine vierzehntägige Quarantäne. Diese kann aber am fünften Tag der Quarantäne bei einem negativen Ergebnis eines zweiten Tests (PCR-Test) vorzeitig beendet werden.
Wichtig: Nur bei Einreise oder Rückkehr aus einem "normalen" Risikogebiet besteht die Möglichkeit sich über einen PCR-Test "freitesten" zu lassen. Bei Hochinzidenz- bzw. Virusvariantengebieten gilt die vierzehntägige Pflicht der Absonderung ausnahmslos.

Der Testpflicht kann bei einer Einreise aus (normalen) Risikogebieten durch eine Testung binnen 48 Stunden vor Anreise oder durch eine Testung unmittelbar nach der Einreise nachgekommen werden.

Bei einer Einreise aus Virusvarianten-Gebieten, also Ländern, in denen die besonders gefährlichen mutierten Viren bereits verbreitet sind, ist der Test vor Einreise obligatorisch.

Die Niedersächsische Landesregierung aber weist an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass Reisen in Risikogebiete ohne triftigen Grund unbedingt zu vermeiden sind und dass neben der Test- und Quarantänepflicht eine Verpflichtung zur digitalen Einreiseanmeldung bei Einreisen aus Risikogebieten besteht. Das gilt erst Recht für Reisen in Virusvarianten-Gebiete! Bei Personen, die sich vor ihrer Einreise nach Deutschland in einem Virusvarianten-Gebiet aufgehalten haben, ist von einer erhöhten Ansteckungsgefahr auszugehen.



Hier finden Sie die nachstehenden Schaubilder sowie eine kompakte Übersicht zu den möglichen Ausnahmen als PDF, gerne auch zur weiteren Verwendung unter Hinweis auf die Quelle:


Hier finden Sie die wichtigsten Ausnahmen für Hochinzidenzgebiete auf niederländisch:

Risikogebiet - Rechtliche Definition und Rahmen

Grafik: Definition Risikogebiete   Bildrechte: StK

(Normales) Risikogebiet

Schaubild: Einreise aus Risikogebieten  
Schaubild: Einreise aus Risikogebieten (Ausnahmen)  
Schaubild: Einreise aus Risikogebieten (Ausnahmen)  

Hochinzidenzgebiet

Schaubild: Einreise aus Hochinzidenzgebiet  
Schaubild: Einreise aus Risikogebieten (Ausnahmen)  
Hochinzidenzgebiete  

Virusvarianten-Gebiet

Schaubild: Einreise aus Virusvariantengebiet  
Schaubild: Einreise aus Virusvarianten-Gebieten (Ausnahmen)  



Wie kann die Testpflicht erfüllt werden?
Zur Erfüllung der Testpflicht nach der Coronavirus-Einreiseverordnung des Bundes genügt es, dass das ärztliche Zeugnis oder Testergebnis über das Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 spätestens 48 Stunden nach der Einreise aus einem (normalen) Risikogebiet vorliegt. Das ist auch vertretbar, weil die Einreisenden sich dann ja ohnehin zunächst in Quarantäne begeben müssen.

Achtung: Das gilt nur für Einreisen aus Risikogebieten. Bei Einreisen aus Hochinzidenzgebieten oder aus Virusvariantengebieten schreibt auch die CoronaEinreiseVO des Bundes vor, dass der Test schon bei der Einreise vorzuliegen hat. Wenn man einen Beförderer beauftragt, muss diesem der Test sogar schon vor der Einreise vorgelegt werden.


Was bedeutet die Zwei-Test- Strategie
Auf diese Strategie hatten sich die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs bereits am 5. Januar 2021 verständigt (daraufhin hatte Nds. die Testpflicht in die Quarantäneverordnung aufgenommen (galt ab 11.Januar 2021). Nun wird diese Strategie durch die Coronavirus-EinreiseVO des Bundes und die Quarantäneverordnungen der Länder umgesetzt.

Sie besagt: Wer in die Quarantäne (Absonderung für 14 Tage) muss, muss nachweisen, dass er/sie nicht infiziert ist. Dafür ist die Testpflicht nach der Coronavirus-Einreiseverordnung eingeführt. Sie erfolgt vor, bei bzw. nach der Einreise (=erster Test). Um die Quarantäne abzukürzen, kann man sich frühestens nach 5 Tagen der Absonderung freitesten lassen (=zweiter Test, PCR). Ist auch dieser zweite Test negativ, kann er/sie die Quarantäne vorzeitig, also nach fünf Tagen, beenden.


Gibt es unterschiedliche Risikoeinstufungen?
Ja, die Coronavirus-Einreiseverordnung unterscheidet:

1. Risikogebiete

2. Hochinzidenzgebiete

3. Virusvariantengebiete.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die jeweils aktuellen Listen aller drei Risikogebietstypen finden sich auf der RKI-Webseite: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html

Welche Virusvarianten-Gebiete sind derzeit beispielhaft ausgewiesen nach RKI (Stand 27.04.2021)


  • Frankreich- das Département Moselle
  • Südafrika
  • Brasilien
  • Indien


Sind auch Hochinzidenzgebiete bereits vom RKI ausgewiesen worden?
Ja, es sind inzwischen eine Reihe von Hochinzidenzgebiete ausgewiesen.
Siehe: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html

Welche Einreiseanmeldung ist nach der Coronavirus-Einreiseverordnung erforderlich?
Einreisende, die sich in den letzten zehn Tagen vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen die elektronische Einreiseanmeldung (DEA) unter www.einreiseanmeldung.de nutzen. Es gibt die Möglichkeit einer Ersatzmitteilung, wenn die digitale Einreisanmeldung nicht möglich ist. Beförderungsunternehmen müssen den DEA-Nachweis kontrollieren. Es werden Regelungen für Einreisen aus dem Schengen-Raum und den Nicht-Schengen-Raum getroffen. Im Einzelnen muss sich der Reisende hiernach erkundigen. Dies kann er auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministers, des Auswärtigen Amtes und des BMI finden.

· Es gibt Ausnahmen von der Anmeldepflicht für Einreisende aus Risikogebieten.

· Es gibt Ausnahmen für Einreisen aus Hochinzidenzgebieten

· Es gibt keine Ausnahmen für Einreisen aus Virusvarianten Gebieten.


Welche Ausnahmen gibt es für die Einreiseanmeldung für Einreisen aus Risikogebieten (Coronavirus-EinreiseVO)?
Von der Anmeldepflicht gelten 5 Ausnahmen:

1. Durchreisende durch ein Risikogebiet ohne Zwischenaufenthalt

2. Durchreisende durch Deutschland bei schnellstmöglichem Verlassen

3. Sogen. Kleiner Grenzverkehr: weniger 24 Std. im Risikogebiet bzw. in Deutschland

4. beruflicher Waren-Gütertransport (Straße, Schiene, Schiff und Flugzeug).

5. Delegationsreise über das Regierungsterminal (Köln/Bonn, Berlin/BB)


Welche Ausnahmen gibt es für die Einreiseanmeldung für Einreisen aus Hochinzidenzgebieten (Coronavirus-EinreiseVO)?
Wie aus "normalen" Risikogebieten, mit Ausnahme Nr. 4 Personen, Waren und Gütertransport

Welche Ausnahmen gibt es für die Einreiseanmeldung für Einreisen aus Virusvariantengebieten?
Keine.


Welche Testpflicht gilt nach der Coronavirus-Einreiseverordnung?

  • Einreisende, die sich in den letzten zehn Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen spätestens 48 Stunden nach Einreise über ein negatives Testergebnis oder ein entsprechendes ärztliches Zeugnis verfügen. Dieses müssen sie dem zuständigen Gesundheitsamt auf Anforderung vorlegen.
  • Es gibt Ausnahmen für Einreisende aus Risikogebieten und auch – aber weniger Ausnahmen aus Hochinzidenz-Gebieten.
  • Wer aus einem Risikogebiet einreist, in dem besonders hohe Inzidenzen bestehen oder besonders ansteckende Virusvarianten verbreitet sind, muss bereits vor der Einreise – gegebenenfalls gegenüber dem Beförderungsunternehmen – nachweisen können, dass keine Infektion mit dem Coronavirus besteht. Dieser Nachweis kann auch bei der Einreisekontrolle verlangt werden.
  • Es gibt für Einreisende aus Virusvarianten Gebieten keine Ausnahmen!

Gibt es Ausnahmen von der Quarantänepflicht für Einreisen aus (normalen) Risikogebieten?

Ja, die Nds. EinreiseVO enthält diverse Ausnahmeregelungen für Einreisen aus (normalen) Risikogebieten (siehe § 1 Absatz 5 bis 8).

Brauche ich in diesen Fällen einen Test nach der Coronavirus-Einreiseverordnung?
Nein, denn es gelten entsprechende Ausnahmen in der Coronavirus-Einreiseverordnung.

Gibt es in der Nds. QuarantäneVO Ausnahmen von der Quarantänepflicht bei Einreisen aus Virusvarianten-Gebieten?
Ja. Vorab: In allen Fällen gilt ohne Ausnahme die Testpflicht nach der Coronavirus-EinreiseVO des Bundes!

In der Nds. QuarantäneVO sind nur drei Ausnahmen von der Quarantänepflicht geregelt, alle anderen Einreisenden müssen in die Absonderung! Ausnahmen gelten für:

  • für Durchreisende, die Niedersachsen auf schnellstem Wege verlassen, um die Durchreise abzuschließen.

  • Wenn der Aufenthalt weniger als 72 Stunden dauert:

    - Für Tätigkeiten zur Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens mit Bescheinigung der Dinglichkeit und Unabdingbarkeit durch den Arbeitgeber/In oder den Auftraggeber/In

    - Für beruflich bedingten grenzüberschreitenden Personen- Waren oder Gütertransport auf der Straße, der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug, sowie Straßenpersonenverkehrsunternehmen, Unternehmen, die Flugzeuge, Schiffe oder Schiffsausrüstung warten; wenn sie sich im Rahmen ihrer Tätigkeit im Ausland aufgehalten haben: Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter (nur Bundespolizei), Besatzungen von Sanitäts- oder Organflügen

Gibt es Abweichungen von den Ausnahmen von der Quarantänepflicht für Einreisen aus Hochinzidenzgebieten?
Nein, das hat die MusterQuarantäneverordnung des Bundes bislang nicht vorgesehen. Ggfs. werden hier kurzfristig bundeseinheitlich weitere Ergänzungen und weitergehende Einschränkungen erforderlich. Es gelten aber bereits weitreichende Einreiseanmeldepflichten und nur ganz wenige Ausnahmen von der Testpflicht nach der Coronavirus-EinreiseVO.

Braucht man für Ausnahmen von der Quarantänepflicht einen Negativtest?
Ja.

Brauche ich in diesen Fällen auch einen Test nach der Coronavirus-EinreiseVO?
Grundsätzlich ja, nur in ganz wenigen Ausnahmefällen nicht.

Zum Beispiel:

  • wenn ich Verwandte 1. Grades besuche oder Ehegatten, Lebenspartner, die nicht dem gleichen Haushalt angehören oder Sorgerechts- oder Umgangsberechtigte, nicht unter 72 Stunden.
  • oder für Tätigkeiten zur Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens, die einen Aufenthalt von nicht länger als 72-Stunden erfordern.

Was gilt für Verwandtenbesuche nach der Nds. QuarantäneVO?
Es gibt eine Ausnahme mit Negativtest für Besuche von

  • Verwandten 1. oder 2. Grades
  • Ehegatten oder Lebensgefährten, die nicht dem gleichen Hausstand angehören und
  • für Sorgerechtsberechtigte sowie Umgangsberechtigte.

Die Ausnahme gilt für den Besuch von Verwandten in Niedersachsen aus einem (normalen) Risikogebiet. Umgekehrt gilt das auch, wenn ich von einem Verwandtenbesuch aus einem Risikogebiet zurückkehre. Das stellt die jetzige niedersächsische Quarantäneverordnung klar. Habe ich also nach dem Besuch meiner Großmutter z.B. in den Niederlanden einen Negativtest, muss ich nach der Rückkehr nicht in die Quarantäne.


Habe ich Anspruch darauf, dass mich der Arbeitgeber testen lässt, wenn ich von einem Verwandtenbesuch aus einem Risikogebiet zurückkomme?
Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, einen Test durchzuführen oder durchführen zu lassen. Der Arbeitgeber kann vielmehr in den genannten Fällen des Verwandtenbesuchs mittels eines Test vor der Wiederaufnahme der Tätigkeit die Quarantänepflicht beenden, damit der Arbeitnehmer wieder zur Verfügung steht. Der Arbeitnehmer muss in Niedersachsen seinen Wohnsitz haben und natürlich ein Arbeitsverhältnis. Es geht dabei um die Fälle, in denen der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin Verwandte ersten Grades, den Ehegatten oder der die Ehegattin, den Lebensgefährten oder die Lebensgefährtin im Ausland (Risikogebiet oder Hochinzidenzgebiet) besucht hat und nun zur Arbeitsaufnahme zurückkommt.

Wozu ist der Arbeitgeber verpflichtet?
Der Arbeitgeber muss sich vergewissern, dass vor der Arbeitsaufnahme ein Negativtest vorliegt, weil ansonsten die Tätigkeit nicht wieder aufgenommen werden darf. Bis ein Negativtest vorliegt, muss die Person sich in die Quarantäne begeben.


Wenn ich schon bei der Einreise über einen negativen Test verfüge und ich deshalb nicht in die Quarantäne gehen muss (z.B. nach dem Besuch bei der Gattin oder dem Gatten), brauche ich dann noch einen weiteren Test vor der Wiederaufnahme der Arbeit?
Nein. In vielen Fällen bringen die Beschäftigten schon den bei der Einreise oder binnen 48 Stunden eingeholten Test mit.

Denn nach Besuchen von Verwandten kann eine Quarantäne vermieden werden, wenn bei der Einreise ein Negativtest vorliegt.

Diesen Negativ-Test bei Einreise kann sich der Arbeitgeber zu eigen machen, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise vorgenommen worden sein muss(maßgeblich ist der Zeitpunkt der Abstrichnahme). Es muss also nicht zweimal getestet werden, um eine Ausnahme von der Absonderungspflicht zu erhalten. Liegt ein solcher (Negativ-) Test bei Einreise vor, gilt die Absonderungspflicht ja bereits nicht mehr, wenn eine Ausnahme, z.B. bei der Rückkehr von Verwandtenbesuchen, gilt.

Gänzlich unabhängig davon ist es den Betrieben natürlich unbenommen, eine eigene Teststrategie zu organisieren und ihre Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vor der Wiederaufnahme der Tätigkeit zu testen.


Warum brauche ich noch die Ausnahme mit der Testung vor der Wiederaufnahme der Arbeit? Es gibt doch schon die Ausnahme nach der Rückkehr von Verwandtenbesuchen?
Diese Privilegierung, zusätzlich einen Ausnahmetatbestand im Zusammenhang mit der Arbeitsaufnahme zu haben, ist beschränkt auf die dort genannten Verwandtenbesuche. Die Regelung zielt vor allem auf Personen ab, die oft ausschließlich deshalb nach Niedersachsen kommen, um hier zu arbeiten und sich für diese Zwecke meist auch nur zeitweise in Niedersachsen aufhalten, z.B. Saisonarbeiter, oder „Montage“-Tätigkeiten, während sich ihr privater Lebensmittelpunkt weiterhin im Ausland befindet. Aus diesem Grund werden zuweilen die Testpflichten bei der Wiedereinreise nach den Verwandtenbesuchen nicht erkannt und werden nicht wahrgenommen. Daher soll in diesen überwiegend der Arbeitswahrnehmung geschuldeten Aufenthalten der Arbeitgeber (als „Dritter“) in der Verantwortung sein, dass nicht ungetestete Personen ihre Arbeit aufnehmen und dadurch im Arbeitsumfeld das Corona-Virus verbreiten. Eine „Nachholung“ eines fehlenden Tests wird dann eröffnet, damit die Arbeitnehmer nicht unnötig lange im Betrieb fehlen. Ansonsten gilt die Verkürzungsmöglichkeit des § 2 Nds. Quarantäne Verordnung.


Wer muss den Test bezahlen, wenn er vor der Wiederaufnahme der Arbeit gemacht wird?
Wer die Kosten in diesem Fall zu tragen hat, regelt die Nds. Quarantäne-Verordnung nicht. Hier könnte das Veranlasserprinzip gelten oder eine Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer.

Grundsätzlich gilt: Einreisende nach Aufenthalt in einem Risikogebiet, Hochinzidenz- oder Virusvarianten-Gebiet tragen die Kosten der Tests selbst. Dies gilt sowohl für den verpflichtenden Test im Zusammenhang mit der Einreise als auch den freiwilligen Test zur vorzeitigen Beendigung der Quarantäne.


Für welche Risikogebiete gilt die Ausnahme und Testmöglichketi durch den Arbeitgeber?
Die Ausnahme gilt für die Rückkehr von Verwandtenbesuchen aus Risikogebieten und Hochinzidenzgebieten. Für Viriusvariantengebiete gilt diese Ausahme nicht.




Reisen in Niedersachsen sowie innerdeutsche Reisen


Haben touristische Einrichtungen (Hotels, Pensionen etc.) bereits geöffnet?
Die nach wie vor hohe landesweite Inzidenz und die sich ausweitende Virusvariante B1.1.7 machen in Niedersachsen ein äußerst vorsichtiges Vorgehen notwendig. Zu weitgehende Lockerungen würden unweigerlich wieder zu einem dramatischen Anstieg der Infektionszahlen und dann in der Folge wohl auch erneut zu drastischen Einschränkungen führen.

Seit dem 2. November 2020 dürfen Einrichtungen wie Hotels oder Pensionen in Deutschland Übernachtungsangebote nur noch für zwingend notwendige Zwecke wie etwa unverzichtbare Dienstreisen zur Verfügung stellen. Übernachtungen in Hotels, Pensionen, Gästehäusern oder Ferienwohnungen zu touristischen Zwecken sind in Deutschland dann nicht gestattet.


Und wenn wir einen aktuellen Negativ-Corona-Test vorlegen – dürfen wir dann Urlaub machen?
Leider nein! Alle Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken sind seit dem 2. November 2020 in Deutschland nicht gestattet.


Aber wir können doch mal als Tagesausflug an die Küste oder in den Harz fahren, oder?
Tagesreisen sind nicht grundsätzlich verboten. Jedoch sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.


Welche Kontaktbeschränkungen gelten?
Im Grundsatz gilt bei einer Inzidenz zwischen 35 und 100, dass sich ein Haushalt mit maximal zwei Personen aus einem weiteren Haushalt treffen kann. Die hier zugehörigen Kinder werden dabei bis zu einem Alter von 14 (0-14) nicht eingerechnet.
Dies gilt für den öffentlichen Bereich ebenso wie für die private Wohnung oder das eigene Grundstück.

Beträgt der Inzidenzwert in Ihrer Region (Landkreis/kreisfreie Stadt) hingegen über 100 (Hochinzidenzkommune) dann gilt die bekannte 1-plus-1-Regel (d.h. ein Haushalt plus eine Person). Hier gilt, dass die jüngeren zu einem der beiden Haushalte gehörenden Kinder (0-6 Jahre) nicht eingerechnet werden.

In Regionen mit niedriger Inzidenz (unter 35) sind entsprechend mehr Kontakte möglich. Hier können Zusammenkünfte von drei Haushalten mit bis zu maximal 10 Personen ermöglicht werden (10-aus-3-Regel), zugehörige Kinder (0-14 Jahre) werden ebenfalls nicht eingerechnet.


Wir leben in der Region Hannover (aktuell Hochinzidenzkommune), folglich gilt 1 Haushalt plus eine weitere Person – aber können wir im Harz mit 10 Personen aus drei Haushalten gemeinsam wandern gehen, weil der Landkreis Goslar stabil unter 35 liegt?
Nein, das geht leider nicht. Nach der Corona-Verordnung (§ 2 Absatz 1 Satz 6) dürfen an einer Zusammenkunft mit 10 Personen aus drei Haushalten nur Personen teilnehmen, die ihren Wohnsitz oder ihren ständigen Aufenthalt in der gleichen 35er-Kommune haben oder die aus einer anderen 35er-Kommune kommen, in der solche Treffen ebenfalls zugelassen sind.

Grund ist, dass die epidemiologische Gefahrenlage auch in Niedersachsen immer stärker von den leider deutlich aggressiveren und länger ansteckend bleibenden Virusvarianten bestimmt wird. Der Anteil der Proben, in denen die Variante B1.1.7 gefunden wird, erhöht sich von Woche zu Woche.
Insofern bitten wir eindringlich darum, dass Reisen (auch Tagestourismus) aus Hochinzidenzkommunen in weniger belastete Regionen nur aus zwingenden Gründen erfolgen und man sich dann dennoch an die daheim geltenden Regeln hält.


Wir sind viel auf Dienstreisen im Bundesgebiet unterwegs – für uns dürfen die Hotels noch Angebote machen?

Ja, das Beherbergungsverbot gilt nur für touristische Reisen bzw. Übernachtungen.


Ich komme vom Bodensee und muss hier in Niedersachen den Nachlass für meinen verstorbenen Vater regeln – kann ich in ein Hotel gehen?
Auch dieses sollte möglich sein. Untersagt sind touristische Übernachtungen, nicht aber Übernachtungen zu notwendigen Zwecken, wie beispielsweise Geschäfts- und Dienstreisen. Sofern Sie keine andere Möglichkeit zur Nachlassregelung haben, dann ist auch diese Reise mit Übernachtung notwendig und insofern zulässig.


Was ist eigentlich, wenn ich beruflich in einem deutschen Hotspot war und nun nach Niedersachsen zurückkehre – muss ich dann in Quarantäne?
Für innerdeutsche Reiserückkehrer gibt es keine Quarantänepflicht, diese gilt derzeit nur für die Rückkehr aus einem ausländischen (vom Robert-Koch-Institut eingestuften) Risikogebiet. Sollten Sie allerdings kurz nach Ihrer Rückkehr oder während der Reise schon Symptome zeigen, dann empfehlen wir, sich sehr zeitnah an Ihren Arzt zu wenden und Ihre Kontakte bis zur Abklärung einzustellen.


Artikel-Informationen

erstellt am:
23.03.2020
zuletzt aktualisiert am:
30.04.2021

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