Niedersachen klar Logo

Informationen zum Impfstoff AstraZeneca

Aktuell gibt es Fragen zur Wirksamkeit und den Nebenwirkungen bei dem Impfstoff AstraZeneca, auf die wir hier gern eingehen möchten.

AstraZeneca ist ein COVID-19-Vektor-Impfstoff und eine wichtige Säule der Impfkampagne in Deutschland und auch in Niedersachsen. Wie bei den anderen beiden Wirkstoffen (Biontech/Pfizer und Moderna) handelt es sich bei AstraZeneca um einen mehrfach geprüften, zugelassenen sowie sicheren und wirksamen Impfstoff.

Jeder der aktuell eingesetzten Impfstoffe bietet nachweislich einen deutlichen Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus und verringert die Gefahr von schweren Krankheitsverläufen.

Bei den derzeit berichteten Nebenwirkungen handelt es sich in der Regel um übliche und erwartbare Impfreaktionen, da das Ziel eines Impfstoffs im Auslösen einer Immunreaktion liegt. Diese treten auch bei den anderen Wirkstoffen auf und sind als normale Impfreaktionen zu betrachten.

Auch seitens der medizinischen und virologischen Fachwelt wird die Wirksamkeit und Sicherheit von AstraZeneca nicht angezweifelt und die Impfung mit diesem Wirkstoff dringend empfohlen, um sich und andere zu schützen.

Sehen Sie hierzu auch das Gespräch von Ministerpräsident Stephan Weil mit dem Direktor der Klinik für Pneumologie der Medizinischen Hochschule Hannover, Prof. Dr. Tobias Welte zum Thema Impfen und AstraZeneca vom 19.02.2021.


AstraZeneca im Überblick:

  • Impfstoff: Astrazeneca ist ein COVID-19-Vektor-Impfstoff. Der Impfstoff besteht aus einem gut untersuchten Virus, das sich nicht vermehren kann und das für den Menschen harmlos ist. Vektor-Impfstoffe gegen andere Erkrankungen sind bereits zugelassen und haben sich als verträglich und wirksam erwiesen.

  • Wirksamkeit: Laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission am RKI bietet der Impfstoff nach derzeitigem Kenntnisstand bei Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren und unter Einhaltung eines Abstands von 9 bis 12 Wochen zwischen beiden Impfungen eine gute Wirksamkeit von etwa 70 %.
    Das bedeutet:
    Wenn eine mit diesem COVID-19-Impfstoff geimpfte Person mit dem Erreger in Kontakt kommt, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht bzw. nicht schwer erkranken.

  • Impfreaktionen: Nach der Impfung mit dem COVID-19-Vektor-Impfstoff kann es als Ausdruck der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff zu Lokal- und Allgemeinreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen oder einer erhöhten Temperatur kommen. Diese Impfreaktionen können bei mehr als 30% der Geimpften auftreten und sind ein positives Zeichen, da man sieht, dass der Impfstoff wirkt. Grundsätzlich gilt für diese Impfreaktionen, dass sie meistens nach 24 bis 48 Stunden abgeklungen sind. Aus den klinischen Prüfungen ist grundsätzlich bekannt, dass der Impfstoff von Astrazeneca reaktogen ist, also häufig Impfreaktionen auslöst.

  • Impfstoffzulassung: Wenn ein Impfstoff zugelassen wird, dann ist er sicher und wirksam. Ein Impfstoff wird erst nach ausreichender Überprüfung auf den Markt gebracht (präklinische und klinische Phase, Zulassungsprüfung, Auflagen der Zulassungsbehörden und Marktzulassung, Nachzulassungsbeobachtung). Nach seiner Marktzulassung erfolgt eine ständige Kontrolle („Surveillance“) zum Erfassen von Wirksamkeit und möglichen Nebenwirkungen (> Überwachung Impfstoffe).
    Der Astrazeneca-Impfstoff wurde am 29. Januar 2021 durch die Europäische Kommission nach Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen.

  • Überwachung Impfstoffe: In Deutschland besteht ein umfassendes Überwachungssystem, das Impfnebenwirkungen /-komplikationen erfasst, die stärker sind als das übliche Maß. Jeder Verdacht einer außergewöhnlichen Impfreaktion wird durch gesetzlich geregelte Meldesysteme sorgfältig analysiert und untersucht. Der Verdacht einer Impfkomplikation wird vom Arzt oder der Ärztin an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet, welches die Daten an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) weiterleitet. Das PEI ist die zuständige Bundesoberbehörde, welche die Meldungen in einer Nebenwirkungsdatenbank zentral erfasst, analysiert und auswertet. Die Bewertung der Meldungen erfolgt nach international vereinbarten Kriterien, die durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt worden sind. Für die Impfstoffsicherheit und deren Überwachung ist in Deutschland das (PEI) zuständig. Auf den Seiten des Paul-Ehrlich-Institut werden wöchentlich sog. Sicherheitsberichte veröffentlicht (https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/arzneimittelsicherheit.html ).

Neben vielen anderen Expertinnen und Experten sprechen sich unter anderem der Chefvirologe der Berliner Charité Prof. Dr. Christian Drosten sowie der Direktor der Klinik für Pneumologie der Medizinischen Hochschule Hannover Prof. Dr. Tobias Welte (siehe auch oben im Video mit MP Stephan Weil) wie auch Prof. Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie für eine Impfung mit AstraZeneca aus.



Prof. Tobias Welte im NDR-Interview:

„Der Impfstoff ist sicher. Wir sehen dieselben Nebenwirkungen, die schon in den klinischen Studien beschrieben waren, also erkältungsähnliche Symptome mit Fieber ein bis drei Tage nach der Impfung, die dann von selbst wieder verschwinden. Beim AstraZeneca-Impfstoff sehen wir das bei der Erstimpfung, bei den mRNA-Impfstoffen, also Biontec/Pfizer und Moderna, haben wir das eher nach der Wiederholungsimpfung gesehen. Schwerwiegende Nebenwirkungen haben wir für beide Impfstoffe praktisch nicht gesehen.

Was die Effektivitätsdaten angeht, da macht man sich ein bisschen zu sehr fest an Zahlen. 75 Prozent Effektivität – das ist das, was für den AstraZeneca-Impfstoff jetzt berichtet wird und bedeutet deutlich weniger Erkrankte, deutlich weniger Krankenhausfälle, deutlich weniger Intensivfälle und je weniger Erkrankte wir haben, umso weniger kann die Erkrankung auch weitergegeben werden. Also der wahre Effekt ist halt deutlich potenzierter, nichts ist schlechter als nicht geimpft zu sein.

Wir haben streng geprüfte, zugelassene Impfstoffe mit einer guten Wirksamkeit. Nichts ist schlimmer als die Covid-19-Erkrankung selbst. Jede Form des Schutzes muss von uns beworben werden und das gilt eben für die mRNA-Impfstoffe wie für die Adenoviralen-Vektor-Impfstoffe – neben AstraZeneca werden wir ja auch in den nächsten Wochen den Impfstoff der Firma Johnson & Johnson bekommen. Die Bevölkerung kann ich nur bitten, sich nicht zu viel Gedanken über Unterschiede der Impfstoffe zu machen, sondern positiv in Richtung auf die Impfungen zu blicken, denn das ist der Weg mit dem wir in eine normale Lebenswelt zurückkehren können.“

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Krankmeldungen-nach-Impfung-Debatte-um-AstraZeneca-haelt-an,astrazeneca164.html



Prof. Carsten Walz:
„Die Wirksamkeit des Astra-Zeneca-Impfstoffes betrage bei richtiger Anwendung etwa 80 Prozent. Der Impfstoff schütze aber ähnlich gut vor schweren Verläufen wie die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna, die insgesamt eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent erreichen. Zudem sei es möglich, seinen Immunschutz nach erfolgter vollständiger Impfung mit dem Astra-Zeneca-Vakzin später mit einem mRNA-Impfstoff auffrischen zu lassen."

https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-brinkmann-warnung-1.5210969



Wie ist die Impfung mit AstraZeneca im Vergleich zur Grippe-Schutzimpfung?

Prof. Dr. Christian Drosten:
„Was erwartet man von so einer Impfung, zum Beispiel, wenn man sich auch gegen Grippe impfen lässt. Da ist es genau dasselbe. Eine Grippe-Impfung schützt mich auch nicht mit Sicherheit davor, dass ich überhaupt eine Infektion kriege. Eine Grippe-Impfung schützt mich auch in allererster Linie davor, dass ich einen schweren Verlauf kriege mit Krankenhausaufnahme und so weiter.“

https://www.ndr.de/nachrichten/info/Drosten-Der-Impfstoff-von-AstraZeneca-ist-nicht-zweitrangig,coronavirusupdate156.html




Nach der bereits erfolgten Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat in Deutschland die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfstoffe zusätzlich geprüft und zugelassen und dabei auch die Wirksamkeit von AstraZeneca bestätigt.

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/COVID-19/Nutzen_AstraZenecaImpfstoff.html

Zu den Nebenwirkungen heißt es von der STIKO:

Die STIKO hat die Evidenz für die COVID-19 Vaccine AstraZeneca bewertet. Im Vergleich zu mRNA-Impfstoffen traten nach Gabe der COVID-19-Vaccine AstraZeneca akute Nebenwirkungen (Impfreaktionen) etwas seltener auf.

Weiterführende Informationen zu Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe finden Sie hier:

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/FAQ_Liste_Wirksamkeit_Sicherheit.html


Symbolbild Impfung Bildrechte: iStock/MarianVejcik

Hinweise zur Corona-Schutzimpfung

Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Impfstoffen übersteigt die Nachfrage nach Terminen für eine Impfung derzeit das Angebot in den Impfzentren vor Ort. Über die Registrierung in der Warteliste können Sie gleichwohl eine Terminvereinbarung verbindlich einleiten. mehr
Symbolbild Impfstoff Bildrechte: iStock/kiattisakch

Covid-19 Impfung - Antworten auf häufig gestellte Fragen

Wer wird zuerst geimpft? Wo kann ich mich impfen lassen? Wie erhalte ich einen Termin? Was ist mit der Warteliste? Wie ist das weitere Verfahren mit den Impfgruppen? Diese und andere häufig gestellten Fragen beantworten wir in unseren Impf-FAQ. mehr
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln