Niedersachen klar Logo

Alltag in Zeiten des Coronavirus – Antworten auf häufig gestellte Fragen

zuletzt aktualisiert am 24.10.2020

Tipp: Mit der Tastenkombination STRG + F oder der Funktion „Seite durchsuchen“ im Browser-Menü können Sie den Text nach Schlüsselwörtern durchsuchen, zum Beispiel „feiern“ oder „Kino“ oder "Inzidenz" um die entsprechende Antwort schnell zu finden. Aktuelle Fragen befinden sich zu Beginn des Textes.

Rechts in der Spalte finden Sie dazu weitere Antworten - sortiert nach Themengebieten, wie beispielhaft zu Reisen, Sport oder zur Mund-Nasen-Bedeckung.

Die vielen Informationen zu Corona überfordern mich – wer kann mir weiterhelfen?
Die zentrale Corona-Hotline der Niedersächsischen Landesregierung erreichen Sie unter der Telefonnummer 0511 120-6000 von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr sowie am Sonnabend von 10 bis 15 Uhr.

» Übersicht mit weiteren wichtigen Hotlines und Hilfsangeboten

Was hat sich denn in der aktuellen Verordnung geändert?
In der letzten Woche haben sich die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder auf verschärfte Anti-Corona-Maßnahmen geeinigt, die in denjenigen Regionen gelten sollen, in denen die Inzidenz von 35 beziehungsweise 50 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten wird. Diese Maßnahmen hat das Land Niedersachsen in der am 23. Oktober 2020 in Kraft getretenen Verordnung umgesetzt.

Die neuen Regelungen betreffen zum einen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch im öffentlichen Raum, die Zahl der zugelassenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Veranstaltungen, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum, die Einführung einer Sperrstunde sowie Begrenzungen der Teilnehmerzahlen für Zusammenkünfte und Feiern.


Vorschaubild: Corona-Verordnung - kompakt (gültig ab 23.10.2020) Bildrechte: StK

Nachstehend finden Sie dazu ein Schaubild mit den wichtigsten Regelungen der aktuellen Corona-Verordnung, gerne auch als Download und zur weiteren Verbreitung.


Schaubild DIN A4: Corona-Verordnung - kompakt (gültig ab 23.10.2020)

Machen jetzt die Kneipen tatsächlich um 23 Uhr zu?
Grundsätzlich nicht, aber wenn Sie in einem Hotspot mit einem Inzidenz über 50 leben (wie derzeit beispielsweise in der Stadt Delmenhorst), dann gilt nach der ab 23. Oktober gültigen Verordnung eine Sperrzeit zwischen 23:00 und 6:00 Uhr - die Kneipen sind also um 23 Uhr zu schließen, auch ein Außer-Haus-Verkauf von Alkohol ist untersagt.

Bei einer Inzidenz ab 35 gilt die Sperrfrist gleichermaßen, die zuständige örtliche Behörde kann aber in begründeten Ausnahmefällen abweichende Regelungen treffen.


Am Wochenende wollte ich zuhause meinen 30. Geburtstag mit 25 Leuten feiern – geht das jetzt nicht mehr?
Bei den derzeit so schnell steigenden Infektionszahlen sollten Sie sich generell überlegen, ob diese Feier zu diesem Zeitpunkt tatsächlich sein muss oder nicht besser zu verschieben wäre – ganz unabhängig davon, was erlaubt ist.

Grundsätzlich kann die Frage aber nur in Abhängigkeit mit dem Infektionsgeschehen in Ihrer Region beantwortet werden:

Inzidenz unter 35 – dann dürfen Sie mit 25 Personen feiern

Inzidenz zwischen 35 und 50 – dann dürfen Sie nach der aktuellen Verordnung nur noch mit maximal 15 Personen feiern.

Inzidenz über 50 – dann dürfen Sie nach der aktuellen Verordnung nur noch mit maximal 10 Personen (aus zwei Haushalten oder enge Angehörige) zuhause feiern und sollten sich auch zwingend daranhalten.

» Hier geht es zu der Übersicht, ob der regionale Inzidenz von 35 bzw. 50 überschritten ist.
Für alle Formate und Inzidenzen gilt im Übrigen das Abstandsgebot zu Personen, die nicht zu Ihrem bzw. einem weiteren Haushalt gehören oder zu Ihrer „10er Gruppe“.


Warum gibt es immer Differenzen bei den Angaben zum Inzidenz?
Das bedauern wir sehr und gerne erklären wir dazu die Hintergründe.
Die Datengrundlagen für die Bildung des täglichen Inzidenzwertes stammen ausschließlich aus Ihrem kommunalen Gesundheitsamt. Insofern sind die Veröffentlichungen Ihrer Kommune in der Regel nicht nur regional, sondern auch zeitlich die aktuellste Angabe der tatsächlich bestehenden Inzidenz. Diese täglich in Ihrer Kommune festgestellten Daten werden jeden Abend über das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet und fließen dort in deren Statistik des darauffolgenden Tages ein.
Insofern basiert die Angabe vom RKI immer auf den Zahlen des Vortages. Wenn Ihre Kommune aber dann am Nachmittag beispielsweise die Unter- oder Überschreitung des Inzidenz 35 bzw. 50 vermeldet, geschieht das i.d.R. auf der dann tagesaktuell vorhandenen Datenlage. Folglich können die Zahlen nicht übereinstimmen, da das RKI zum gleichen Zeitpunkt noch die Daten vom Vortag anzeigt.

Die Erstellung der hier veröffentlichten Inzidenzampel erfolgt auf Datengrundlage des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes. Aufgrund etwas anderer Verarbeitungszeiten kommt es dabei gelegentlich zu geringfügigen Abweichungen zwischen dem Landesgesundheitsamt und dem RKI – beide veröffentlichen aber aus og. Gründen stets die Zahlen vom Vortag. Diese Veröffentlichungen können daher durchaus von der aktuelleren Veröffentlichung in Ihrer Kommune, mitunter auch deutlicher, abweichen.


Was bedeutet dies nun in der Anwendung der neuen Verordnung – konkret bei den Verschärfungen aufgrund eines Inzidenz von 35 bzw. 50? Wann genau gelten die Einschränkungen?
Die Landesregierung hat sich mit den kommunalen Spitzenverbänden bei der aktuellen Neufassung der Corona-Verordnung dahingehend vereinbart, dass für die Anwendung der verschärften Regelungen die Veröffentlichung der Inzidenzen auf „niedersachsen.de/coronavirus/akuelle Lage in Niedersachsen“ maßgeblich ist. Dort werden in der Regel zwischen 9:00 und 10:00 Uhr die Daten aktualisiert (täglich, auch am Wochenende) und kurz drauf wird die Inzidenz-Ampel (zur besseren Übersicht) ebenfalls veröffentlicht.

Die in der Corona-Verordnung für bestimmte Inzidenzen vorgesehenen Regelungen aufgrund von Veränderungen beim Inzidenz von 35 bzw. 50 gelten grundsätzlich ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung auf „niedersachsen.de/coronavirus und gelten auch solange fort, bis ein Unterschreiten der Inzidenz von 35 bzw. 50 ebenfalls dort veröffentlicht ist.

Ein Beispiel:
Sie planen eine kleine Feier am Freitagabend, Ihre Region hat eine Inzidenz von 42,3 mit der Konsequenz, dass Sie nicht mehr als 15 Personen bei der Feier sein können. Ihre Kommune schreibt dann am Freitag: „Wir sind kein Hotspot mehr, die Inzidenz von 35 ist wieder unterschritten“ aber hier auf dieser Webseite der Landesregierung ist Ihre Region weiterhin gelb markiert (also über 35) – nach der Corona-Verordnung würde dies bedeuten, dass Sie leider tatsächlich nur mit 15 Personen beisammen sein können, trotz der anderslautenden Veröffentlichung der Kommune.
Die Kontrollen und eine mögliche Bußgelderhebung aber erfolgen durch die kommunalen Ordnungsbehörden. Deren mögliche Reaktionen richten sich naturgemäß nach den örtlichen (und hier vor allem zeitlichen) Gegebenheiten.


Muss ich jetzt tatsächlich JEDEN Tag nachschauen, was ich darf und was nicht?
Wenn Sie jeden Tag größere Zusammenkünfte mit Menschen haben und gerne viele Leute um oder bei sich haben, dann ist das durchaus wichtig. Wenn ich am Nachmittag mit 30 Personen und einem Bollerwagen durch die Gemeinde ziehen will, dann sollten Sie in der Tat mittags schauen, wo Ihre Region aktuell steht. Haben Sie ein starkes Infektionsgeschehen und einer Inzidenz über 50, dann dürfen Sie nämlich nur zu zehnt losziehen und auch das nur dann, wenn es enge Angehörige sind oder die 10 Personen aus maximal zwei Haushalten stammen. Bestenfalls verschieben Sie die Tour einfach auf bessere Zeiten! Und die werden ganz gewiss kommen, wenn wir in den kommenden Wochen gemeinsam mit Umsicht und Vorsicht handeln werden.


Unsere Region ist laut Inzidenz-Ampel ein Hotspot mit einem Inzidenz über 50 – was bedeutet dies für unsere schulpflichtigen Kinder? Ist die Schule geöffnet?
Grundsätzlich sind in Niedersachsen die Schulen auch in den sogenannten Hotspots geöffnet. Das gilt für Schulen in öffentlicher Trägerschaft und für Schulen in freier Trägerschaft. Schülerinnen und Schüler nehmen dabei im sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb („Szenario A“) am Präsenzunterricht teil. Nur wenn im Einzelfall das örtliche Gesundheitsamt den Unterrichtsbetrieb an einer Schule durch eine Allgemeinverfügung untersagt hat, ist die Schule geschlossen.


Bei uns ist der Inzidenz über 100 und ich möchte mein Kind nicht zur Schule schicken, weil wir Angst vor einer Ansteckung haben – geht das?
Schülerinnen und Schüler nehmen, auch wenn sich ihre Schule in einem sogenannten Hotspot befindet, im sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb („Szenario A“) am Präsenzunterricht teil. Für Schülerinnen und Schüler mit schwer erkrankten Angehörigen gibt es Befreiungsmöglichkeiten vom Präsenzunterricht.

Mein Kind ist in der 1. Klasse und in unserer Stadt ist die Inzidenz-Ampel gelb – muss ich jetzt auf etwas achten?
Ihr Kind muss außerhalb des Unterrichts in den besonders gekennzeichneten Bereichen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Dies gilt auch bei Inanspruchnahme der Schülerbeförderung. Beides gilt allerdings unabhängig von der Inzidenz-Ampel.
» Hier geht es zu weiteren Antworten rund um den Schulstart nach den Ferien!


Unsere Kinder freuen sich auf den Herbst und die Zeit der Laternenumzüge – müssen wir Ihnen diese Freude schon jetzt nehmen?
Naja, gänzlich muss in diesem Herbst auf die schöne Tradition der Laternenumzüge nicht verzichtet werden. Allerdings sollten wir alle das aktuelle Infektionsgeschehen in der jeweiligen Heimatregion im Auge behalten.
Gegen einen Umzug mit der Familie oder in einer kleinen Gruppe spricht zunächst erstmal nichts. Wenn die Laternen-Gruppe einer Familie angehören, bzw. aus zwei Hausständen kommen oder die Gruppe maximal zehn Personen umfasst, ist auch das Einhalten des ansonsten vorgeschriebenen Mindestabstandes bzw. das Tragen einer Maske nicht erforderlich. Es gilt also: Die Gruppe sollte in diesem Herbst möglichst klein sein.

Ob die ganz großen Laternenumzüge stattfinden können, wird sich allerdings am Infektionsgeschehen orientieren müssen. Denn an der frischen Luft ist zwar das Infektionsgeschehen geringer, aber nicht gänzlich ausgeschlossen.

Die Freude am Laternenbasteln sollten Sie Ihren Kindern aber keineswegs nehmen.


In Niedersachsen gab es doch ein Beherbergungsverbot für Menschen aus innerdeutschen Hotspots - stimmt das noch?
Nein, das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat am 15.10.2020 das Beherbergungsverbot in Niedersachsen außer Vollzug gesetzt. Damit wird die entsprechende Verordnung in Niedersachsen bis auf weiteres nicht mehr angewandt. Den Landkreisen und kreisfreien Städten steht es frei, bei entsprechenden Gefahrenlagen ihrerseits ggfs. konkreter gefasste, gezieltere Maßnahmen zu ergreifen.

Ungeachtet der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg werden alle Bürgerinnen und Bürger aus Hotspots innerhalb und außerhalb Niedersachsens herzlich gebeten, freiwillig auf touristische Reisen zu verzichten, um eine weitere Ausbreitung des Virus so weit wie möglich zu verhindern.


Bei uns in der Region ist das Infektionsgeschehen relativ ruhig (deutlich unter 35) - in welchem Rahmen dürfen wir denn zuhause feiern?
Bei der allgemeinen Lage sollten Sie sich generell überlegen, ob diese Feier zu diesem Zeitpunkt tatsächlich sein muss oder nicht besser zu verschieben wäre – ganz unabhängig davon, was erlaubt ist.
Bei einem Inzidenz unter 35 dürfen Sie sich in Ihrem Haus, Ihrer Wohnung beziehungsweise jeder anderen eigenen oder Ihnen von Freunden oder Bekannten zur Verfügung gestellten geschlossenen Räumlichkeit, zum Beispiel eine Garage oder ein Stallgebäude, mit höchstens 25 Personen treffen und oder feiern. Das gilt sowohl für den Geburtstag als auch für alle anderen Feiern oder beispielsweise Treffen an Feiertagen.

Darüber hinaus müssen Sie bei solchen Zusammenkünften den Abstand von 1,5 Metern einhalten, wenn Sie sich mit mehr als zehn Personen oder den Mitgliedern Ihrer beziehungsweise einer weiteren Familie beziehungsweise eines weiteren Hausstandes treffen.
Ist also Ihre Wohnung eher klein, dürfen Sie sich gegebenenfalls auch nur mit einer kleineren Anzahl an Personen treffen. 25 Personen in einer beispielsweise 40 Quadratmeter großen Wohnung gehen damit gar nicht.




Welche Kontaktregeln gelten denn jetzt - wenn alles normal ist - in Niedersachsen?
Es gilt zunächst der oberste Grundsatz, dass jede Person zu anderen so weit wie möglich Abstand halten muss. Abstandhalten gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu verhindern. Wenn der mindestens erforderliche Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, muss man auch draußen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Bei den privaten Kontakten bitte auch zukünftig eine möglichst vorsichtige Balance herstellen zwischen dem Bedürfnis nach sozialen Kontakten und Alltagsnormalität auf der einen Seite und dem Wunsch nach Schutz vor einer Ansteckung auf der anderen Seite. Das gilt für Sie persönlich und für die Menschen, mit denen Sie in Kontakt sind. Denn das Virus ist immer noch als Gefahr vorhanden, wie die zuletzt steigendenden Infektionszahlen gerade in Zusammenhang mit privaten Feierlichkeiten verdeutlicht haben.


Und welche Anzahl von Personen gelten in den Bereichen mit niedrigen Inzidenz?

In Niedersachsen dürfen Sie sich in Ihrem Haus, Ihrer Wohnung beziehungsweise jeder anderen eigenen oder Ihnen von Freunden oder Bekannten zur Verfügung gestellten geschlossenen Räumlichkeit, zum Beispiel eine Garage oder ein Stallgebäude, nur noch mit höchstens 25 Personen treffen und oder feiern. Das gilt sowohl für den Geburtstag als auch für alle anderen Feiern oder beispielsweise Treffen an Feiertagen.

Darüber hinaus müssen Sie bei solchen Zusammenkünften den Abstand von 1,5 Metern einhalten, wenn Sie sich mit mehr als zehn Personen oder den Mitgliedern Ihrer beziehungsweise einer weiteren Familie beziehungsweise eines weiteren Hausstandes treffen.
Ist also Ihre Wohnung eher klein, dürfen Sie sich gegebenenfalls auch nur mit einer kleineren Anzahl an Personen treffen. 25 Personen in einer beispielsweise 40 Quadratmeter großen Wohnung gehen damit gar nicht.

Wenn ich zuhause mit 20 Leuten feiern möchte, muss ich dann tatsächlich 1,5 Meter Abstand einhalten?
Nun ja, wenn die 20 Personen aus vielen Haushalten kommen (also mehr als zwei) und Ihre Gäste keine nahen Angehörige (siehe oben) sind, dann ist Abstandhalten wichtig und erforderlich. Beispielsweise kann aber über eine Sitzanordnung in zwei 10er Gruppen das Abstandsgebot recht einfach gewährleistet werden. Und mit regelmäßigem Lüften schützen Sie sich und ihre Gäste obendrein.


Und wenn ich draußen feiere, auf meiner Terrasse und im Garten - gilt die 25er-Regelung auch dort?
Nein, bei Treffen unter freiem Himmel, beispielsweise in Ihrem Garten, auf Ihrem Hof oder auf dem Gelände eines Bekannten sind maximal 50 Personen zulässig. Aber auch hier müssen die Abstandsregeln eingehalten werden, wenn Sie sich mit mehr als zehn Personen oder den Mitgliedern Ihrer beziehungsweise einer weiteren Familie beziehungsweise eines weiteren Hausstandes treffen.
»Hier geht es zu den Regelungen, wenn der regionale Inzidenz von 35 bzw. 50 überschritten ist.


Wie ist es denn, wenn ich ein Zelt im Garten aufstelle? Wie viele Personen darf ich dann einladen?
Wenn Sie ein Zelt bei sich im Garten aufstellen, welches Sie theoretisch komplett schließen können, handelt es sich um eine geschlossene Räumlichkeit. Auch hier kann kein richtiger Luftaustausch stattfinden und die Aerosole können nicht abziehen. Wenn Sie also ein Festzelt im Garten aufbauen, dürfen nur 25 Personen darin zusammenkommen.
» Hier geht es zu den Regelungen, wenn der regionale Inzidenz von 35 bzw. 50 überschritten ist.


Mit vielen Personen darf ich jetzt in einer Gaststätte feiern?
Private Treffen und Feiern in gastronomischen Betrieben dürfen mit maximal 100 Personen stattfinden. Anders als bislang sind die Anlässe für solche Feste jedoch nicht mehr begrenzt. Sie können zukünftig deshalb beispielsweise auch Ihren Geburtstag in einer Gaststätte feiern. Die Gaststättenbetreiber müssen allerdings ein entsprechendes Hygienekonzept haben. Auch das Einhalten des Mindestabstandes muss uneingeschränkt möglich sein.
»Hier geht es zu den Regelungen, wenn der regionale Inzidenz von 35 bzw. 50 überschritten ist.


Stimmt es tatsächlich, dass es bei größeren privaten Feiern keinen Alkohol mehr geben darf?
Das Glas Sekt zum Anstoßen, ein Bier oder Wein zum Essen gehört bei den meisten Feiern dazu. Das wird auch künftig so bleiben. Allerdings lässt zu viel Alkohol die Hemmschwelle sinken, sodass Abstands- und Hygieneregeln eher in den Hintergrund rücken. Und gerade das Einhalten von Abständen ist nach wie vor das A und O, um das Risiko einer Ansteckung mit dem Virus zu minimieren. Je größer die Zahl sich treffender oder feiernder Menschen ist, desto schwieriger ist es für die Gaststättenbetreiber oder Veranstaltenden, den Überblick zu behalten, ob die für den Infektionsschutz notwendigen Abstandsauflagen eingehalten werden.

Daher gilt in Niedersachsen bei privaten Feiern und Zusammenkünften, wenn sie außerhalb der eigenen Wohnung beziehungsweise in gastronomischen Betrieben und öffentlich zugänglichen Örtlichkeiten mit mehr als 50 Personen stattfinden, folgendes:

  • Ab 18 Uhr dürfen keine Spirituosen (Schnaps beziehungsweise Getränke mit einem Alkoholgehalt ab 15 % Vol. und
  • ab 22 Uhr darf generell kein Alkohol, einschließlich alkoholischer Mischgetränke, angeboten und konsumiert werden.


Und was ist mit Tanzen bei der Feier in der Gaststätte? Dürfen wir einen DJ, eine Band etc. engagieren?
Tja, Musik hören auf Abstand ist ok und relativ ungefährlich, aber Tanzen ist es leider nicht. Die wenigsten Tänze bei Feierlichkeiten sind kontaktarm, insofern sollten Sie genau überlegen, ob Sie dies ermöglichen. Es ist weniger eine Frage der Rechtsverordnung, sondern vielmehr die Frage an Sie, wie Sie die Balance zwischen Feier und dem eigenen Schutz vor einer möglichen Infektion sowie den Schutz ihrer Gäste herstellen möchten.

In den allermeisten Fällen wird der Raum nicht groß genug sein für ein Tanzen (nur mit dem eigenen Partner oder der eigenen Hausgemeinschaft) mit viel Abstand zu allen anderen Tanzenden. Also bitte eher darauf verzichten, es birgt leider ein nicht unerhebliches Risiko, sich mit dem Corona-Virus anzustecken.


In meiner Region steigen die Corona-Infektionen an. Hat das Auswirkungen auf die Kontaktregelungen bei Zusammenkünften und Feiern?
Bedauerlicherweise ja – gerade jetzt gilt es besonders wachsam und vorsichtig zu sein!


Beispielhafte Übersicht zur Verteilung der Inzidenzwerte in Niedersachsen Bildrechte: StK

Aktuelle Inzidenz-Ampel für Niedersachsen

Ziel der nächsten Wochen wird sein, das aktuelle Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu behalten. Maßnahmen und Regelungen richten sich dabei nach der aktuellen Inzidenz für Ihre Region. mehr
Muss ich, wenn ich privat feiere, eine Dokumentation der Gäste wie in der Gastronomie vornehmen?

Nein, diese Regelung gilt nicht im privaten Bereich. Sinnvoll ist es aber allemal, wenn Sie die Namen Ihrer Gäste notieren. Wenn es doch zu einer Infektion kommt, hat es das Gesundheitsamt leichter, Kontakte nachzuverfolgen.


Muss ich dann auch zu Familienangehörigen oder bei meinen Freunden den Abstand von 1,5 Metern einhalten?
Hier gilt ein Jein bzw. „es kommt drauf an“:
die Niedersächsische Corona-Verordnung sieht zunächst vor, dass Angehörige und Personen, die zusammen in einen Haushalt leben, keinen Abstand halten müssen. Gleiches gilt, wenn man sich mit den Mitgliedern eines weiteren Hausstandes trifft. Treffen Sie sich also mit einer anderen Familie, müssen Sie keinen Abstand halten. Das gilt auch, wenn sich die Bewohnerinnen und Bewohner zweier Wohngemeinschaften treffen. Es wäre aber gut, wenn die Menschen, mit denen Sie einen engeren Kontakt pflegen, möglichst konstant bleiben, also nicht oft wechseln.

Wenn Sie sich privat mit höchstens zehn Personen treffen, müssen Sie auch keinen Abstand halten, es wäre aber gut, wenn Sie das freiwillig dennoch tun. Trifft man sich allerdings mit mehr als 10 Freunden aus vielen Haushalten, dann ist Abstand geboten!

Bedenken Sie bitte immer, dass man niemandem eine Infektion mit dem Virus auf Anhieb ansehen kann. Seien Sie bitte deshalb auch im Freundes- und Familienkreis immer vorsichtig und schützen Sie so sich selbst und diejenigen, die Ihnen nahestehen.

Die Ausnahmen vom Abstandsgebot umfassen insbesondere:

  • gegenüber Angehörigen im Sinne des § 11 Abs. 1 Nr. 1 des Strafgesetzbuchs
  • gegenüber in einem oder einem weiteren Haushalt lebenden Personen sowie in einer Gruppe von nicht mehr als 10 Personen
  • bei sportlicher Betätigung in Gruppen von nicht mehr als 60 Personen,
  • im Zusammenhang mit der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit oder einer Tätigkeit zur Gefahrenabwehr,
  • im Rahmen von Forschung, Lehre, Studium und Weiterbildung an einer Hochschule, soweit von der Hochschule nichts Abweichendes geregelt ist,
  • im Rahmen des Betriebs einer Volkshochschule oder einer sonstigen öffentlichen oder privaten Bildungseinrichtung im außerschulischen Bereich, wie zum Beispiel in der Erwachsenenbildung, Familienbildung, Jugendbildung oder beruflichen Aus-, Fort- oder Weiterbildung, oder einer Musikschule oder Jugendwerkstätte,
  • im Rahmen der Aus- und Fortbildung im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes sowie des Rettungsdienstes,
  • im Rahmen von Einrichtungen und Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe bei der Sozialen Gruppenarbeit nach sowie bei der Erziehung in einer Tagesgruppe
  • im Rahmen von Angeboten der Jugendarbeit nach, der Jugendsozialarbeit nach und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes nach

Den vollständigen Katalog zu den Ausnahmen finden Sie in § 2 Abs. 2 der Niedersächsische Verordnung über Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 vom 7. Oktober 2020, geändert durch VO vom 22.10.2020 (Lesefassung, gültig ab 23. Oktober 2020) .


Wer sind dann alles die Angehörigen nach dem genannten Paragrafen im StGB?
Angehöriger ist danach, wer zu den folgenden Personen gehört:

  • Verwandte und Verschwägerte gerader Linie, der Ehegatte, der Lebenspartner, der Verlobte, Geschwister, Ehegatten oder Lebenspartner der Geschwister, Geschwister der Ehegatten oder Lebenspartner, und zwar auch dann, wenn die Ehe oder die Lebenspartnerschaft, welche die Beziehung begründet hat, nicht mehr besteht oder wenn die Verwandtschaft oder Schwägerschaft erloschen ist,
  • Pflegeeltern und Pflegekinder


Der Herbst/Winter kommt und im Nordwesten bedeutet dies Kohlfahrten oder Grünkohlwanderung – was gilt dort?

Auch wenn die Saison erst im November beginnt, kann für dieses Jahr durchaus geplant werden. Für die Kohlwanderung gilt dabei die Regel, dass Sie diese mit maximal 50 Personen durchführen können und natürlich Abstand halten müssen. Der Abschluss Ihrer Tour in der Gaststätte unterliegt dann den üblichen Vorgaben in der Gastronomie, d.h. 10er Gruppen am Tisch, Abstand und Hygienevorschriften.

Bitte beachten Sie, dass sich die zulässige Personenzahl bei einem stärkeren Infektionsgeschehen auf 25 Personen (Inzidenz zwischen 35 und 50) bzw. nur 10 Personen (Inzidenz über 50) reduzieren kann.


Beim Sport gibt es die 60-Personenregel – aber wer zählt eigentlich alles dazu?
Die Sportausübung mit Kontakt ist zulässig, wenn sie in Gruppen von nicht mehr als 60 Personen erfolgt. Zu dieser Gruppe gehören die Sporttreibenden, die bei ihrer Sportausübung den Abstand von ansonsten 2 Metern unterschreiten.

Trainer, Betreuer und sonstige Personen, die nicht sportlich aktiv sind und sich permanent außerhalb des Spielfeldes befinden, müssen den Abstand von mind. 1,5 Metern einhalten. Diese zählen nicht zu den 60 Personen.

» Hier geht es zu weiteren Antworten auf Fragen rund um den Sport


Was soll das eigentlich immer noch mit den Kontaktdaten im Restaurant oder Kneipe? Ich will das nicht und finde das überflüssig!
Dann sollten Sie vielleicht besser auf Besuche in solchen Einrichtungen verzichten?! Denn die Dokumentation der Kontaktdaten ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass wir diese Dinge des Alltags TROTZ der weiterhin bestehenden Infektionsgefahr nutzen können. Gerade aktuell ist es wichtig, dass ein mögliches Infektionsgeschehen schnell und gezielt wieder eingefangen werden kann. Nur dazu dienen die Kontaktdaten und insofern können (und sind) sie auch spätestens nach einem Monat wieder zu vernichten.
Sie helfen den Gastronomen, dass diese Ihrer Arbeit nachgehen können. Wir selber können so mehr und mehr Normalität genießen. Und Sie schützen dennoch sich und andere, wenn bei einem Ausbruch mögliche Kontaktpersonen schnell identifiziert werden können.
Im Ergebnis profitieren alle davon und dies bei recht geringem Aufwand.

Was ist dabei mit meinen Daten? Eine Liste, wo ich die Informationen von anderen Gästen lesen kann?
Datenschutz ist auch hier wichtig! Eine offen zugängliche Liste, in die sich nacheinander die Kundinnen und Kunden selbst eintragen, ist aus Datenschutzgründen definitiv nicht zulässig. Sie können dies durchaus im Restaurant oder Café ansprechen und auf diesen Missstand hinweisen.
Ansonsten gilt, dass diese Dokumentation spätestens nach einem Monat zu löschen bzw. zu vernichten ist. Genutzt werden darf sie nur im Falle eines Infektionsgeschehens durch das Gesundheitsamt. Die Daten sind technisch und organisatorisch vor unberechtigten Einblicken und vor Zugriff zu schützen.

Und wenn ich dann einen falschen Namen angebe?
Dann berauben Sie sich und vor allem die anderen Menschen in Ihrem Umfeld der Möglichkeit, schnell und zielgerichtet auf ein etwaiges Infektionsgeschehen reagieren zu können. Die Angabe von falschen Daten ist daher schlicht verantwortungslos – auch für Ihren eigenen Schutz im Infektionsfall. Und Sie verstoßen gegen die Pflicht zur vollständigen und wahrheitsgemäßen Angabe Ihrer Daten!
Im Übrigen sind die Betreiberinnen und Betreiber von entsprechenden Einrichtungen mit Dokumentationspflicht gehalten, bei offensichtlichen Unstimmigkeiten nachzufragen - zum Beispiel durch Vorlage eines Personalausweises. Verweigern Sie sich oder machen falsche Angaben, dann darf Ihnen der Zutritt oder die gewünschte Dienstleistung nicht gewährt werden.

Wo muss ich denn überall meine Kontaktdaten angeben?
Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, ist in folgenden Bereichen die Dokumentation von Kontaktdaten nach § 5 der Verordnung erforderlich:

  • in Restaurants, Gaststätten, Biergärten, Kneipen, Imbissen, Cafés, Bars etc.
  • bei Besuchen kultureller Veranstaltungen
  • bei der Sportausübung auf öffentlichen und privaten Sportanlagen in einer Gruppe bis zu 60 Personen
  • im Rahmen körpernaher Dienstleistungen (z.B. Friseursalons, Manikürestudios, Pedikürestudios, Kosmetikstudios, Massagepraxis wie auch Prostitutionsstätten bzw. bei sexuellen Dienstleistungen)
  • bei Besuchen in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen etc.
  • bei der privaten Betreuung von Kindern
  • im Rahmen von Bildungsangeboten im außerschulischen Bereich (z.B. Volksschule, Musikschulen)
  • im Rahmen von Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe sowie im Bereich der sozialen, pädagogischen oder psychologischen Beratungsstellen
  • bei touristischen Busreisen sowie im Bereich touristischer Aktivitäten (touristische Schifffahrt, Busreisen und touristische Kutschfahrten)
  • in Fahrschulen
  • in Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmestellen
  • sowie in Fitnessstudios

+++ Wichtig für Besucherinnen und Besucher:+++
Ohne Ihr Mitwirken bei der Dokumentation dürfen Dienstleistungen, Aktivitäten oder Besuche in den genannten Einrichtungen nicht erbracht werden!
Benötigt werden zu einer möglichen Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt (nur bei einem Infektionsfall!) Ihr Familienname, Ihr Vorname, Ihre vollständige Anschrift sowie eine telefonische Erreichbarkeit sowie das Erhebungsdatum und die Erhebungsuhrzeit.

+++ Wichtig für Betreiberinnen und Betreiber:+++
Diese Dokumentation ist spätesten nach einem Monat zu löschen bzw. zu vernichten und darf nur zum Zwecke des Infektionsschutzes durch das Gesundheitsamt genutzt werden. Die Daten sind technisch und organisatorisch vor unberechtigtem Einblick und Zugriff zu schützen. Insbesondere dürfen Kundinnen und Kunden nicht die Daten anderer Personen einsehen können. Eine offen zugängliche Liste, in die sich nacheinander die Kundinnen und Kunden selbst eintragen, ist nicht zulässig.

Mehr Informationen hier: Die Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen unterstützt dabei die Betriebe bei der datenschutzkonformen Umsetzung mit umfänglichen Informationen und Mustern.


Meine Eltern kommen allein in ihrem Haushalt nicht mehr zurecht. Eine alternative Wohnstätte in einem Altenheim hatten wir September gefunden. Können die Eltern jetzt einziehen?
Ja, die Pflegeeinrichtung darf ihre Eltern aufnehmen. Voraussetzung ist allerdings hierfür die Einhaltung der Regelungen zur Neuaufnahme, die von der Heimleitung in einem Hygienekonzept verpflichtend zu treffen sind.
Damit soll gewährleistet werden, dass andere Heimbewohnerinnen und Heimbewohner vor einer eventuellen Infektion mit dem Covid-19-Virus geschützt werden.


Wie verhält es sich mit dem Besuchsrecht in Alten- und Pflegeheimen?
Besuche sind möglich, sofern es in der Einrichtung kein aktuelles Infektionsgeschehen mit dem Corona-Virus gibt. Die Anzahl und die Dauer der Besuche sowie die Anzahl der besuchenden Personen richtet sich nach dem Hygienekonzept der jeweiligen Einrichtung. Die Verordnung selbst macht keine Vorgaben zur Anzahl und zur Dauer der Besuche. Es wird allerdings erwartet, dass in den Hygienekonzepten das Besuchsrecht ausreichend gewahrt wird. Dies gilt für Krankenhäuser, Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen und ebenso in Heimen für ältere Menschen, pflegebedürftige Menschen oder Menschen mit Behinderungen.

Die Einrichtungen sind verpflichtet, den Familiennamen, den Vornamen, die vollständige Anschrift und eine Telefonnummer sowie das Erhebungsdatum und die Erhebungsuhrzeit zu dokumentieren und diese Daten für die Dauer von drei Wochen aufzubewahren, um ein eventuelles Infektionsgeschehen durch die Gesundheitsbehörde nachzuvollziehen. Ohne Bekanntgabe der Kontaktdaten darf ein Betreten der Einrichtung nicht ermöglicht werden. Spätestens einen Monat nach dem Ende des jeweiligen Ereignisses sind die Kontaktdaten zu löschen.


Dürfen unsere Angehörige im Alten- und Pflegeheim die Einrichtung auch mal verlassen?
In Heimen für ältere und pflegebedürftige Menschen sowie in Heimen für Menschen mit Behinderungen sind Hygienekonzepte erstellt worden. Sie sind notwendig, damit Bewohnerinnen und Bewohnern zeitweise die Einrichtung verlassen dürfen. Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen werden weder durch die Niedersächsische Corona-Verordnung noch durch das jeweilige Hygienekonzept des Heims in der Wahl ihres Aufenthaltsortes beschränkt. Auch Wochenendaufenthalte z. B. bei Angehörigen sind möglich. Die Regelungen im Hygienekonzept dienen vor allem dazu, das Einzelfallrisiko einer Infektion mit Covid-19 während der Dauer des Aufenthaltes außerhalb des Heims und bei der Rückkehr in das Heim zu reduzieren. Die Bewohnerinne und Bewohner sind selbst dafür verantwortlich, dass die Hygieneregeln zum Infektionsschutz außerhalb der Einrichtung eingehalten werden.


Gibt es zeitliche Beschränkungen (z.B. nur 15 Minuten) und dürfen wir auch mit der ganzen Familie besuchen?
Eine zeitliche Vorgabe bzw. Einschränkung macht die Verordnung hierzu nicht.

Die Anzahl der besuchenden Personen ergibt sich aus dem Hygienekonzept der jeweiligen Einrichtung, sofern es dort kein aktuelles Infektionsgeschehen mit dem Corona-Virus gibt.


Kann uns dennoch der Zugang verwehrt werden? Zum Beispiel, weil kein Hygienekonzept im Pflegeheim vorliegt?
Es gehört zu den Grundrechten auch von Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern, sich frei zu bewegen und ihre Familie und Freunde zu treffen. Diese Grundrechte kann und will die Landesregierung nicht über ein unbedingt erforderliches Maß hinaus einschränken. Alle Einrichtungen sind daher aufgefordert unverzüglich ein Hygienekonzept zu erstellen (soweit nicht ohnehin bereits geschehen) und Besuche zu ermöglichen.


Gefährden wir damit nicht vor allem ältere Menschen in den Einrichtungen?
Oberste Priorität ist und bleibt der Schutz der Menschen, insbesondere derjenigen, die zur Risikogruppe für schwere Verläufe bei einer Covid-19 Infektion gehören. Aus diesem Grund sind die Vorgaben eines Hygienekonzeptes durch die Einrichtung zwingend einzuhalten.
Doch neben dem Schutz vor der Krankheit gibt es noch einen weiteren Aspekt, der mit diesem Schutzauftrag nur schwer in Einklang zu bringen ist: Das Problem der sozialen Isolation!
Deswegen ist das Besuchsrecht ein wichtiges Signal, sowohl für die Angehörigen als auch für die Bewohnerinnen und Bewohner und Patientinnen und Patientinnen selbst.
Sie können jedoch die Infektionsgefahr reduzieren, wenn die Besuche mit Augenmaß erfolgen und die Besucherinnen und Besucher besonders darauf achten, sich selbst nicht anzustecken.


Sind in Niedersachsen Zusammenkünfte zur Religionsausübung erlaubt?
Ja, trotz der aktuell steigenden Infektionszahlen sind Zusammenkünfte zur Religionsausübung in Niedersachsen erlaubt. Mit Rücksicht auf die verfassungsrechtlich garantierte Religionsfreiheit hat die Landesregierung auch darauf verzichtet, für Gottesdienste und andere religiöse Feiern ähnlich strenge Vorgaben zu machen, wie für nichtreligiöse Zusammenkünfte. Es ist jedoch unbedingt notwendig, Maßnahmen aufgrund eines Hygienekonzeptes zu treffen. Dazu gehört die Begrenzung der Zahl der an einer religiösen Zusammenkunft teilnehmenden Personen. Es dürfen nur so viele Menschen in eine Kirche, eine Synagoge, eine Moschee oder einen anderen Raum gelassen werden, dass die Gläubigen jeweils 1,5 Meter Abstand voneinander einhalten können.

» Hier geht es zu weiteren Antworten auf Fragen zur Religionsübung in Corona-Zeiten



Logo der Corona-Warn-App Bildrechte: Bundesregierung
Gilt die Corona-Warn-App auch in Niedersachsen?
Die Corona-Warn-App ist seit dem 16.06.2020 bundesweit einsetzbar. Die Nutzung der App ist natürlich freiwillig. Die Landesregierung bittet Sie aber herzlich, die Warn-App herunterzuladen.


» Hier geht es zur Informationsseite der Bundesregierung.

» Hier geht es zu Informationen über die Funktionen der App durch das Robert-Koch-Institut (RKI)

» Direktlinks bei den jeweiligen App-Anbietern: Download iOS bzw. Download Android

Nach unserem Eindruck gewährleistet die App einen größtmöglichen Schutz Ihrer Daten. Wir hoffen, dass die Warn-App auch in Niedersachsen helfen wird, potentielle Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und ein Weiterverbreiten des Corona-Virus zu verhindern.
Die App ermöglicht es, im Nachhinein festzustellen, ob wir uns in direkter Nähe zu einem Menschen aufgehalten haben, bei dem später eine Corona-Infektion diagnostiziert worden ist.
So können die Reaktionsmöglichkeiten auf ein mögliches Infektionsgeschehen verbessert werden. Je mehr Menschen auch in Niedersachsen die App nutzen, desto wirkungsvoller kann sie sein. Die Tracing-App ersetzt aber natürlich nicht die auch weiterhin dringend notwendigen Abstands- und Hygieneregeln sowie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.


Ich habe die Corona-Warn-App erfolgreich installiert – muss ich jetzt trotzdem meine Kontaktdaten im Restaurant oder beim Friseur angeben?
Ja, das müssen Sie weiterhin. Die Corona-Warn-App zielt, wie die Dokumentation Ihrer Kontaktdaten, auf eine nachhaltige Verbesserung bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Da die Nutzung der App aber auf freiwilliger Basis erfolgt, kann diese keinen Ersatz zur Dokumentation der Kontaktdaten darstellen. Diese Kontaktdaten werden möglichst umfassend benötigt, um bei einem Infektionsgeschehen tatsächlich zeitnah und umfänglich mögliche Infektionswege nachvollziehen zu können. Aus diesem Grund sind Betreiberinnen und Betreiber von gastronomischen Betrieben, Dienstleistungseinrichtungen wie auch von anderen Stellen in bestimmten Konstellationen rechtlich verpflichtet, diese Daten zu dokumentieren.


Und umgekehrt? Die App als Voraussetzung um ein Restaurant, ein Hotel oder ein Geschäft zu betreten bzw. eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen?
Dies ist ausdrücklich nicht vorgesehen und steht dazu im deutlichen Widerspruch zur freiwilligen Nutzung.


Entstehen mir aufgrund Niedersächsischer Regelungen irgendwelche Nachteile, wenn ich die App nicht installiere?
Definitiv nicht! Das Prinzip der Nutzung basiert auf Freiwilligkeit und es gibt keine niedersächsischen (wie auch bundesweiten) Regelungen, die eine Verwendung vorschreiben.
Sie beschränken sich aber u.U. selbst in den Möglichkeiten, bei einem möglichen Infektionsgeschehen in Ihren Kontakten frühzeitig informiert und gewarnt zu werden.


Ich bin viel im Außendienst unterwegs und treffe viele Menschen - kann mein Arbeitgeber die Installation der App von mir verlangen?
Nein! Kein Arbeitgeber kann die Installation einer App auf Ihrem privaten Handy verlangen. Es gilt auch hier das Prinzip der Freiwilligkeit. Sie sollten allerdings davon unabhängig abwägen, ob in Anbetracht von vielen persönlichen Kontakten die Nutzung der App nicht doch eine Option zum Schutz darstellen könnte.


Gibt es noch Bereiche im Einzelhandel oder bei Dienstleistungen die geschlossen sind?
Nein, bereits seit dem 11. Mai 2020 können wieder alle Geschäfte und Läden öffnen. Allerdings gelten auch hier Abstands- und Hygienevorschriften. So sind alle Kundinnen und Kunden verpflichtet, in einem Laden eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Außerdem muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern gehalten werden. Auch im Bereich der Dienstleistungen (von Friseursalons über Pediküre bis hin zu Solarien und Tattoostudios) ist wieder alles geöffnet.

Für alle diese Bereiche gelten teils sehr detaillierte Hygienekonzepte und die gewohnten Abstandsregelungen sowie teilweise auch die Pflicht zur Dokumentation Ihrer Kontaktdaten.


Wie verhält es sich bei den sexuellen Dienstleistungen – sind diese weiterhin verboten?
Nein, der Betrieb von Bordellen oder Lovemobilen ist künftig unter strengen Auflagen möglich, während insbesondere die Straßenprostitution weiterhin unzulässig ist.


Und welche Auflagen habe ich als Kunde bzw. Kundin hierbei zu beachten?
Diese sind nachstehend aufgeführt:

  • Eine vorherige telefonische oder elektronische Terminvereinbarung
  • Die Dokumentation der Kontaktdaten der Kundinnen und Kunden (unter Überprüfung amtlicher Ausweisdokumente)
  • Kundinnen, Kunden und Prostituierte müssen während der Inanspruchnahme der sexuellen Dienstleistung eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen
  • Ein Alkoholverbot und ein Verbot von stimulierenden Substanzen in der Prostitutionsstätte oder im Prostitutionsfahrzeug
  • Es gilt eine Beschränkung der Personenzahl in der Räumlichkeit, in der die Dienstleistung angeboten wird, auf zwei Personen.


Unsere Freundin heiratet bald – dürfen wir ihr zum Junggesellinnenabschied den Auftritt eines Striptease-Tänzers schenken?
Wenn ihre Freundin daran Spaß hat, dann können Sie das gerne tun. Bedenken Sie aber, dass bei einer größeren Gruppe von Zuschauerinnen über 10 Personen (auch hier gilt die 10-Personenregel) das Abstandsgebot zu beachten ist.


Unsere Tochter (15 Jahre) wurde von der Schule nachhause geschickt, weil es einen bestätigten Corona-Fall in ihrer Klasse gab – müssen wir als Eltern jetzt auch in Quarantäne?
Nein, die Quarantänepflicht gilt zunächst nur für Ihre Tochter, weil auch nur diese als Kontaktperson 1. Grades im direkten Kontakt mit einer positiv getesteten Person stand.


Kann eine Schule die Kinder überhaupt in Quarantäne schicken?
Das Vorgehen der Schule ist in diesen Situationen mit dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt abgestimmt. Die konkrete Anordnung der Quarantäne für Ihr Kind erfolgt gleichwohl ausschließlich durch das Gesundheitsamt. Von dort erhalten Sie in diesen Fall auch konkrete Hinweise, welche weiteren Schritte und Maßnahmen zu veranlassen sind.


Auf was müssen wir dann in dieser Situation jetzt zuhause achten?
Die Situation ist für alle im Haushalt etwas schwieriger, denn die Grundregeln wie Abstand und Hygiene sind nunmehr auch im häuslichen Rahmen von besonderer Bedeutung. Mit der angeordneten Quarantäne erhalten Sie seitens des Gesundheitsamtes aber auch weitere hilfreiche Tipps und Hilfestellungen für den Alltag in solchen Situationen.


Wie lange dauert die Quarantänezeit in solchen Fällen?
Eine angeordnete Quarantäne beträgt aktuell 14 Tage. Die Dauer kann auch frühzeitig aufgehoben werden, wenn sich im Rahmen der Kontaktermittlungen herausstellt, dass der Kontakt doch nicht so eng war und folglich kein Ansteckungsrisiko bestand. Die Verkürzung oder Aufhebung der Quarantäne erfolgt dabei aber ausschließlich durch das Gesundheitsamt.


Und was ist jetzt mit unserer Tochter – wer kümmert sich um die Testung und wo können wir dies machen lassen?
Sofern es hier nicht ohnehin schon weiterführende Hinweise durch das Gesundheitsamt gegeben hat, wenden Sie sich dazu bitte an Ihren behandelnden Kinder- und Jugendarzt.


Die Schulklasse von unserem Sohn (8 Jahre) ist wegen eines Corona-Falls in Quarantäne gesetzt worden – müssen wir als Eltern jetzt für 14 Tage Urlaub nehmen bzw. wie ist das mit dem Verdienstausfall?
Wenn Sie aufgrund einer behördlich angeordneten Quarantänemaßnahme Ihren Sohn zuhause betreuen müssen, dann besteht ein Anspruch auf Entschädigung von Verdienstausfall. Diese Verfahren gilt analog zu den behördlich angeordneten Kita- oder Schulschließungen. Hier geht es zu weiterführenden Informationen dazu.


Wie verhält es sich, wenn ich in meinem Haushalt Kinder aus anderen Familien betreuen will? Geht das?
Die private Betreuung von Kindern ist zulässig. Wichtig ist aber, dass Sie geeignete Maßnahmen zum Infektionsschutz ergreifen. Und wie bisher sind Sie verpflichtet, die Kontaktdaten der betreuten Kinder zu dokumentieren.


Muss ich irgendwelche Vorschriften für die Betreuung der Kinder beachten?
Die betreuende Person muss geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Gefahr einer Corona-Infektion möglichst klein zu halten. Dabei muss insbesondere auf eine gute Hygiene und - wenn irgend möglich - auch auf Abstände geachtet werden. Es ist jedoch klar, dass im privaten Bereich Kinder nicht ununterbrochen 1,5 Meter Abstand einhalten werden. Umso wichtiger ist, dass sich die kleine Kindergruppe so viel wie möglich draußen aufhält oder die Räume, in denen sie spielt, zumindest gut belüftet sind. Man sollte die Kinder auch immer wieder daran erinnern, dass sie in die Armbeuge husten oder niesen und sich möglichst oft und gut die Hände waschen. Eine Mund-Nase-Bedeckung muss nicht getragen werden. Mit der Atmung unter einer Maske haben kleine Kinder oft Schwierigkeiten.


Sollten die privat betreuten Kinder und die Betreuungspersonen Alltagsmasken tragen?
Auf Mund-Nase-Bedeckungen sollte man insbesondere bei kleinen Kindern verzichten. Kleine Kinder können die Atmung unter der Maske meist noch nicht korrekt durchführen. Es ist auch nicht sehr wahrscheinlich, dass diese ununterbrochen richtig getragen werden und sie bergen durchaus auch Erstickungs- und Verletzungsgefahren beim Spielen.


Ich habe gehört, dass auch hier die Dokumentationspflicht gilt?
Ja, während des gesamten Betreuungszeitraums muss die betreuende Person die Namen, Vornamen und die Anschrift aller bei ihr betreuten Kinder in geeigneter Weise dokumentieren. Gut wäre es, wenn sie sich auch die Telefonnummern aufschreiben. Nur so können etwaige Infektionsketten nachverfolgt werden, falls bei einem Kind oder einem Elternteil das Coronavirus nachgewiesen wird. Dem Gesundheitsamt muss in solch einem Fall die Dokumentation vorgelegt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort benötigen sie für die Nachverfolgung von Infektionsketten. Ansonsten sind all diese Informationen nach einer angemessenen Zeit von etwas über drei Wochen nach Beendigung der Betreuungssituation zu löschen. Ein Kind darf nur betreut werden, wenn eine Erziehungsberechtigte oder ein Erziehungsberechtigter mit der Dokumentation einverstanden ist.


Was passiert, wenn sich ein Kind oder sogar mehrere Kinder infizieren? Muss die betreuende Person dann haften?
Nein, eine besondere Haftung besteht nicht. Allen Eltern, die ihr Kind in eine solche private Betreuungsgruppe geben, muss aber bewusst sein, dass damit auch ein gewisses Infektionsrisiko verbunden ist.

Wo sind zuverlässige Informationen und Hinweise zu finden?

Für aktuelle und verlässliche Informationen zum Coronavirus gibt es einige weitere Anlaufstellen.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln