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Lüneburg

Das Fürstentum Lüneburg entstand durch Erbteilung des welfischen Hauses Braunschweig-Lüneburg 1252. Es erstreckte sich über eine wenig fruchtbare Altmoränenlandschaft von der Elbe bis südlich von Celle. Eine herausragende Bedeutung gewann die namengebende Stadt, die Salzmetropole Lüneburg. Im Lüneburger Erbfolgekrieg (1371–1388) versuchten die (askanischen) Herzöge von Sachsen-Wittenberg vergebens, Ansprüche auf das Fürstentum durchzusetzen. Die Bürger der Stadt Lüneburg nutzten die Gelegenheit und lehnten sich gegen ihren Stadtherrn, den Braunschweiger Herzog, auf. Sie zerstörten seine Burg. Der Herzog verlegte seine Residenz daraufhin nach Celle.

Neben der Stadt Lüneburg erscheinen auch die Prälaten und die Ritter als Inhaber eigener Herrschaftsrechte. Lüneburg und die anderen Stände versuchten 1392, dem Herzog einen förmlichen Herrschaftsvertrag, die LÜNEBURGER SATE, aufzunötigen. Sie wäre, hätte der Herzog sich zwingen lassen, die erste geschriebene Verfassung Deutschlands gewesen. Wenn die Sate auch scheiterte: Finanziell waren und blieben die Herzöge auf Kredite der Klöster und der Ritter angewiesen.

Herzog Ernst der Bekenner führte als einer der ersten Landesherren in Deutschland 1529 die lutherische Reformation ein; er zählte in den folgenden Jahren zu den angesehensten Mitgliedern des SCHMALKALDISCHEN BUNDES. Aus den Schulden konnte er sein Land aber nicht bringen. Seine sieben Enkel boten ein Beispiel brüderlicher Eintracht, als sie 1616 auf eine Teilung des Fürstentums verzichteten, um dessen Zersplitterung zu verhindern. Der älteste sollte das Land regieren und nur einer durch standesgemäße Ehe das Geschlecht fortpflanzen. Das Los fiel auf Georg, den zweitjüngsten.

1705 kam das Fürstentum im Erbgang an die in Hannover regierende (Calenberger) Linie des Welfenhauses. Das Interesse, das die Regierung in der Folgezeit an Lüneburg nahm, richtete sich vor allem auf die Hebung der Landwirtschaft. 1735 wurde in Celle ein Landgestüt eingerichtet; hier begann später die Zucht einer der bekanntesten Pferderassen, des hannoverschen Warmblutes. Eine weiter reichende Bedeutung gewann allerdings 1764 die Gründung der Königlichen Landwirtschaftsgesellschaft. Sie betrieb kontinuierlich die Verbesserung der Anbaumethoden und förderte die landwirtschaftliche Forschung.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Lüneburger Heide als Reiseziel entdeckt. Die Dichtung, besonders Hermann Löns, verklärten die bis dahin als monoton empfundene Heidelandschaft. Neben der Landwirtschaft und dem Tourismus entwickelte sich auch die Industrie. Am südöstlichen Rand der Heide entstand seit 1938 die Stadt des KdF-Wagens, das heutige Wolfsburg.

Der Regierungsbezirk Lüneburg, dessen Gebiet dem des alten Fürstentums weitgehend entsprach, wurde 1978 durch Fusion mit dem vormaligen Regierungsbezirk Stade bis zur Nordsee hin ausgeweitet. Dafür mussten 1974 der Kreis Burgdorf an den Regierungsbezirk Hannover und 1978 der Kreis Gifhorn und die Stadt Wolfsburg an den Regierungsbezirk Braunschweig abgetreten werden.

Lüneburg: Rathaus

Lüneburg: Rathaus

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