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Niedersachsen und Corona: Warnstufen und Leitindikatoren

Zur Beurteilung der Corona-Lage gibt es drei Warnstufen. Eine Warnstufe wird festgestellt, wenn der Leitindikator „Hospitalisierung“ und mindestens ein weiterer Indikator den Wertebereich der entsprechenden Warnstufe erreicht. (§ 3 der Corona-Verordnung, gültig ab 24. November 2021)


Indikatoren

Leitindikator:

  • Hospitalisierung (landesweite Kennzahl)

Indikatoren:

  • Neuinfizierte (je Landkreis und kreisfreie Stadt)
  • Intensivbetten (landesweite Kennzahl)

Der Leitindikator „Hospitalisierung“ bestimmt sich nach den landesweiten Hospitalisierungsfällen mit Covid-19-Erkrankungen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den letzten sieben Tagen (7-Tages-Hospitalisierungs-Inzidenz). Ein Hospitalisierungsfall ist jede in Bezug auf eine Covid-19-Erkrankung in einem Krankenhaus aufgenommene Person. Die Fallzahl wird mittels des Interdisziplinären Versorgungsnachweises IVENA eHealth landesweit bestimmt.

Der Indikator „Neuinfizierte“ richtet sich nach der Zahl der Neuinfizierten mit Covid 19 im Verhältnis zur Bevölkerung je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen. Die 7-Tage-Inzidenz wird je Landkreis und kreisfreie Stadt nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) ermittelt.

Der Indikator „Intensivbetten“ bestimmt sich nach dem landesweiten prozentualen Anteil der mit COVID-19-Erkrankten belegten Intensivbetten an der Intensivbettenkapazität. Die Anzahl der belegten Intensivbetten wird auf Basis des Interdisziplinären Versorgungsnachweises IVENA eHealth landesweit ermittelt.



Vorschriften der Landesregierung:
Niedersächsische Corona-Verordnung (gültig ab 24. November 2021)
Warnstufenkonzept ab 24. November 2021

Presseinformation vom 6. Dezember:
Ein erster Ausblick auf die anstehenden Änderungen in der Corona-Verordnung

Antworten auf häufig gestellte Fragen
FAQ - sortiert nach Themengebieten


Corona-Dashboard mit Ausweisung der Fallzahlen und Inzidenzen je Landkreis
www.niedersachsen.de/corona-fallzahlen


Corona: die Lage in Niedersachsen

Das niedersächsische Warnstufenkonzept wurde zum 24.11.2021 verschärft: Die Warnstufen treten früher in Kraft, Warnstufe 1 bereits ab einer 7-Tages-Hospitalisierungsinzidenz von drei (vorher sechs), Warnstufe 2 bei einer Hospitalisierungsinzidenz von sechs und Warnstufe 3 dann bei neun. Damit wird der Bund-Länder-Beschluss vom 18.11.2021 entsprechend umgesetzt.

Nach § 3 Abs. 5 der Niedersächsischen Corona-Verordnung ist
mit Wirkung vom 24. November 2021 die Warnstufe 1 landesweit für das Land Niedersachsen festgestellt.

Wo gilt die Warnstufe 2?

Der Leitindikator Hospitalisierung lag ab dem 29.11.2021 zunächst mehr als fünf Tage in Folge oberhalb des Schwellenwertes der zweiten Warnstufe. Damit gilt nach § 3 (2) der Corona-VO seit Mittwoch, den 1. Dezember die Warnstufe 2 unter folgenden Bedingungen:

  • Die Warnstufe 2 ist nach § 3 (Abs. 2) in den niedersächsischen Regionen durch die Kommune durch Allgemeinverfügung festzustellen, wenn die regionale Inzidenz „Neuinfizierte“ ebenfalls an fünf aufeinander folgenden Tagen über den Wert von 100 liegt.
  • Dies ist nahezu in allen Kommunen von Niedersachsen der Fall!
    Hiervon noch nicht betroffen sind derzeit nur der Landkreis Heidekreis und die Stadt Wilhelmshaven, die nicht fünf Tage in Folge den Wert 100 überschritten bzw. keine Allgemeinverfügung zur Feststellung der Warnstufe 2 getroffen haben.
In der Warnstufe 2 wird dabei vorrangig die 2GPlus-Regel (geimpft, genesen plus zusätzlich negativen Testnachweis) unseren Alltag bestimmen.

Corona-Lagegrafik mit Übersicht zu Leitindikatoren und Warnstufen   Bildrechte: StK

Hinweis zu unterschiedlichen Werten in der Öffentlichkeit bei der Hospitalisierungsrate Niedersachsen und Änderung beim Indikator "Intensivbetten":


Hospitalisierungsinzidenz – Leitindikator

Sie bildet alle Neuaufnahmen von COVID-Patientinnen und –Patienten in den niedersächsischen Krankenhäusern pro 100.000 Einwohnerinnen und -Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage ab.

Alle niedersächsischen Krankenhäuser melden über das IVENA-System täglich die Anzahl der mit COVID neu aufgenommenen Patientinnen und Patienten. Dabei spielt es keine Rolle, wann sich diese Patientinnen und Patienten mit dem Virus infiziert haben.

Um den Wert der Hospitalisierungsinzidenz zu berechnen, wird die Zahl aller Neuaufnahmen der vergangenen sieben Tage addiert und auf die Quote pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner umgerechnet. Dadurch ergibt sich ein guter Überblick über die Belastung der Krankenhäuser insgesamt.

Das RKI legt bei seiner Berechnung hingegen ausschließlich die Zahl der Personen zugrunde, die sich in den vergangenen sieben Tage neu mit COVID-19 infiziert haben und die nach den Daten der Gesundheitsämter in einem Krankenhaus behandelt werden müssen.

Vor diesem Hintergrund werden auch weiterhin die Maßnahmen der Landesregierung im Kampf gegen die Pandemie auf diesen Wert begründet.

Intensivbetten-Kapazität

Der Berechnungswert für die Intensivbetten-Kapazität muss auf 2.350 (statt 2.424) verringert werden. Grund für die Verringerung ist auch in Niedersachsen eine insgesamt angespannte Personalsituation in den Kliniken.

Diese Verringerung wirkt sich auf die Berechnung des Indikators „Intensivbettenbelegung“ aus.
Er wird mit Inkrafttreten der Verordnung am 24.11.2021 nach oben gehen.

Am 23.11.2021 waren um 09 Uhr 188 Patientinnen und Patienten auf Intensivstation

Mit alter Kapazität: 188/2.424 = 7,8 %

NEU: 188/2.350 = 8,0 %

0,2 Prozentpunkte plus.

Die Zahl bezieht sich auf die Gesamtzahl der maximal betreibbaren Intensivbetten in niedersächsischen Krankenhäusern, die im Realbetrieb grundsätzlich mit einem gewissen zeitlichen Vorlauf zu erreichen wären. Grundlage sind die Rückmeldungen der Krankenhäuser. Für den Betrieb der Intensivbetten muss in den Kliniken neben der technischen Ausstattung auch das entsprechende Personal einsatzbereit sein.

Das Divi-Intensivregister gibt die Zahl der Intensivbetten an, die tagesaktuell maximal betreibbar sind.

Um 2.350 betreibbare Betten zu ermöglichen, müssten in der Praxis elektive Eingriffe eingeschränkt und zurückgefahren werden.

Entsprechende Vorkehrungen trifft die Landesregierung aktuell.

Mit der zugrunde gelegten Höchstkapazität von 2.350 Betten trägt die Landesregierung in Rücksprache mit den Kliniken der Tatsache Rechnung, dass sich die personelle Ausstattung der gesamten Notfallreserve im Extremfall problematisch gestalten könnte.


Verlauf Leitindikator Krankenhausbelegung   Bildrechte: StK
Verlauf Indikator Intensivbetteninzidenz   Bildrechte: StK

System der Warnstufen


Indikatoren

Warnstufe 1
Warnstufe 2
Warnstufe 3

Leitindikator Hospitalisierung
7-Tages-Hospitalisierungsinzidenz (Fälle je 100.000 Einwohner)
Ebene: landesweit

mehr als 3
bis max. 6
mehr als 6
bis max. 9
mehr als 9

Neuinfizierte
7-Tagesinzidenz (Fälle je 100.000 Einwohner)
Ebene: Landkreis/Kreisfreie Stadt


mehr als 35
bis max. 100
mehr als 100
bis max. 200
mehr als 200

Intensivbetten

Anteil COVID-19-Erkrankter an Intensivbettenkapazität
Ebene: Belegung landesweit

mehr als 5 %
bis max. 10%
mehr als 10%
bis max. 15%
mehr als
15 Prozent

Feststellen der Warnstufen

Leitindikator für die Feststellung der Warnstufen ist die landesweite 7-Tages-Hospitalisierungsinzidenz mit neu aufgenommenen Covid-19-Erkrankten. Damit eine Warnstufe greift, muss zusätzlich einer der weiteren Indikatoren den Wertebereich erreichen.

Hospitalisierung und Intensivbetten

Erreichen der Leitindikator „Hospitalisierung“ und der Indikator „Intensivbetten“ an fünf aufeinander folgenden Werktagen den Wertebereich einer Warnstufe, stellt das Niedersächsische Gesundheitsministerium per Allgemeinverfügung den Tag fest, an dem die entsprechende Warnstufe landesweit für Niedersachsen gilt. Die jeweilige Warnstufe tritt ab dem übernächsten Tag nach Ablauf des Fünftagesabschnitts in Kraft.

Hospitalisierung und Neuinfizierte

Erreichen der Leitindikator „Hospitalisierung“ und der Indikator „Neuinfizierte“ in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an fünf aufeinander folgenden Werktagen den Wertebereich einer Warnstufe, stellt der Landkreis oder die kreisfreie Stadt per Allgemeinverfügung den Tag fest, an dem die entsprechende Warnstufe für den jeweiligen Landkreis oder die kreisfreie Stadt gilt. Die jeweilige Warnstufe tritt ab dem übernächsten Tag nach Ablauf des Fünftagesabschnitts in Kraft.

Ausnahmen Neuinfizierte

Beruht die Überschreitung des Schwellenwerts beim Indikator „Neuinfektionen“ auf ein mit hinreichender Sicherheit bestimmtes räumlich abgrenzbares Infektionsgeschehen, kann der Landkreis oder die kreisfreie Stadt von der Feststellung des Erreichens der Warnstufe absehen.

Aufheben der Warnstufen

Hospitalisierung und Intensivbetten

Erreicht einer der beiden Indikatoren „Hospitalisierung“ oder „Intensivbetten“ an fünf aufeinander folgenden Werktagen den Wertebereich einer Warnstufe nicht mehr, gibt das Niedersächsische Gesundheitsministerium per Allgemeinverfügung den Tag bekannt, an dem die landesweite Warnstufe aufgehoben wird. Dies ist in der Regel ab dem übernächsten Tag nach Ablauf des Fünftagesabschnitts der Fall.

Hospitalisierung und Neuinfizierte

Erreicht einer der beiden Indikatoren „Hospitalisierung“ oder „Neuinfizierte“ an fünf aufeinander folgenden Werktagen den Wertebereich einer Warnstufe nicht mehr, stellt der Landkreis oder die kreisfreie Stadt per Allgemeinverfügung den Tag fest, an dem die entsprechende Warnstufe aufgehoben wird. Dies ist in der Regel ab dem übernächsten Tag nach Ablauf des Fünftagesabschnitts der Fall.

35er Inzidenz

Erreicht die 7-Tagesinzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt den Wert von mehr als 35 Neuinfektionen, gilt in dem Landkreis oder der kreisfreien Stadt die 3G-Regel auch ohne dass der Indikator „Hospitalisierung“ den Wertebereich der Warnstufe 1 erreicht.

Hinweise

Fünftagesabschnitt: Bei der Ermittlung des Fünftagesabschnitts zählen Sonn- und Feiertage nicht mit, unterbrechen aber auch nicht die Zählung der Werktage.

3G-Regel = Zutritt nur für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete: Wurde in mindestens einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt die Warnstufe 1 ausgerufen oder beträgt der Indikator „Neuinfizierte“ mehr als 35 (7-Tages-Inzidenz), dann gilt entsprechend die 3G-Regel. Das bedeutet, der Zutritt wird auf geimpfte, genesene oder negativ getestete Personen beschränkt. Der Umfang der Beschränkungen und welche Testungen je nach Warnstufe vorzusehen sind, ist der geltenden Corona-Verordnung zu entnehmen.

2G-Regel = Zutritt nur für Geimpfte und Genesene: Unabhängig von den Warnstufen können Veranstalterinnen und Veranstalter und Betreiberinnen und Betreiber einer Einrichtung oder eines Betriebs im Rahmen der Privatautonomie den Zutritt auf Personen beschränken, die einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis vorlegen. Ab Warnstufe 2 gilt in einigen Bereichen 2G verpflichtend.

Dies gilt in gleichem Maße für die dort tätigen dienstleistenden Personen.

Dienstleistende Personen, die keinen Impfnachweis oder Genesenennachweis nach Absatz 4 Satz 1 vorlegen (können oder wollen), dürfen in Einrichtungen und auf Veranstaltungen, in denen die 2-G-Regelung gilt, nur dann tätig sein, wenn sie

a) täglich den Nachweis eines negativen PoC-Antigen-Tests führen und

b) eine Atemschutzmaske mindestens des Schutzniveaus FFP2, KN 95 oder eines gleichwertigen Schutzniveaus tragen. Diese qualifizierte Maskenpflicht gilt allerdings nur dann, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Art ihrer Tätigkeit den Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen regelmäßig unterschreiten.


Anzahl der Neuinfektionen: 7-Tagesinzidenz auf Basis der RKI-Zahlen

Stand: tagesaktuell, 00:00 Uhr (Quelle: Robert Koch-Institut)

Wir beantworten Ihre Fragen!

Die zentrale Corona-Hotline der Niedersächsischen Landesregierung erreichen Sie unter 0511 120 6000 ab 1. Juli von Montag bis Freitag von 9:00 bis 16:30 Uhr.

Das sollten Sie tun bei Verdacht auf eine Corona-Infektion: Wenden Sie sich telefonisch an Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt oder rufen sie unter 116 117 den ärztlichen Bereitschaftsdienst an, wenn Sie die Sorge haben, sich mit Sars-CoV-2 infiziert zu haben.

Aktuelle Fallzahlen

Die Coronazahlen in Niedersachsen auf einen Blick. Hier finden Sie Informationen zum Infektionsgeschehen, der Impfkampagne, den Intensivkapazitäten sowie den Impf- und Testzentren.

Artikel-Informationen

erstellt am:
22.08.2021
zuletzt aktualisiert am:
08.12.2021

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