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Hinweise zur Quarantäne

Was ist zu beachten?


zuletzt aktualisiert am 17.07.2020

Häusliche Quarantäne: Was bedeutet das eigentlich genau, wenn sie angeordet wird?

Unter bestimmten Voraussetzungen, vor allem bei einer Bestätigung, aber auch schon beim Verdacht auf eine Infizierung mit Sars-CoV-2, können die zuständigen Behörden betroffenen Bürgerinnen und Bürgern Quarantänemaßnahmen auferlegen. Für diese Zeit darf ein konkret benannter Ort nicht verlassen werden. Die Anordnung einer häuslichen Quarantäne erfolgt durch das örtliche Gesundheitsamt und begründet sich auf § 30 Infektionsschutzgesetz.

Die häusliche Quarantäne dauert bei Covid-19 meistens 14 Tage. Dieser Zeitraum entspricht der bislang festgestellten Inkubationszeit, also der maximalen Dauer von der eigentlichen Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Krankheitssymptome. In der Regel endet die Quarantäne für enge Kontaktpersonen, die keinerlei Symptome aufweisen, daher nach 14 Tagen. Bei Infizierten mit Labortestbestätigung ist eine Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt notwendig. Der Zeitraum für die Quarantäne wird vom jeweiligen Gesundheitsamt stets im Einzelfall festgelegt.

Wer unter Quarantäne gestellt wurde, steht in dieser Zeit mit dem anordnenden Gesundheitsamt in Kontakt. Abhängig vom Gesundheitszustand legt das Gesundheitsamt die konkreten Maßnahmen fest.

***Wichtig: Das Gesundheitsamt legt im Einzelfall das konkrete Vorgehen fest.***

Zu den Empfehlungen des Gesundheitsamtes kann gehören: zu Hause zu bleiben, Abstand von Dritten zu halten, auf regelmäßige Händehygiene sowie eine gute Belüftung der Wohn- und Schlafräume zu achten und Haushaltsgegenstände (Geschirr, Wäsche, etc.) nicht mit Dritten zu teilen, ohne diese zuvor zu waschen. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte ein eigenes Badezimmer genutzt werde. Hygieneartikel sollten nicht geteilt werden, und die Wäsche sollte regelmäßig und gründlich (übliche Waschverfahren) gewaschen werden.

Bei Anordnung einer häuslichen Quarantäne ist der Verbleib zu Hause zwingend geboten. Auch Einkäufe und selbst kurze Aktivitäten an Orten, wo sich andere Menschen aufhalten, sind zu unterlassen. Beachten Sie bitte dabei, dass diese Auflagen verpflichtend sind und eine Zuwiderhandlung strafrechtliche Relevanz hat.

Soweit Sie Bringdienste (Essen, Einkauf, etc.) in Anspruch nehmen, informieren Sie diesen Dienst entsprechend über ihre Situation und bitten darum, die Lieferung vor der Haustür abzustellen. Vermeiden Sie zwingend den persönlichen Kontakt. Gleiches gilt auch, wenn Sie von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn in der Versorgung unterstützt werden.


Entschädigung bei Verdienstausfall nach §§ 56 ff. Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Unter bestimmten Voraussetzungen, vor allem bei Verdacht auf eine Infizierung mit Sars-CoV-2, können die zuständigen Behörden den Bürgerinnen und Bürgern Quarantänemaßnahmen auferlegen.
Für diese Zeit darf ein konkret benannter Ort nicht verlassen werden.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beziehungsweise deren Arbeitgeber/innen sowie Selbstständige können dadurch einen Verdienstausfall erleiden.
In Niedersachen entschädigt dann auch der zuständige Landkreis beziehungsweise die kreisfreie Stadt auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes. Die Quarantäne/Absonderung muss dabei durch die zuständige Behörde angeordnet worden sein. Kein Anspruch besteht bei Arbeitsunfähigkeit, Urlaub und vorübergehender Verhinderung nach §616 BGB.

Wenn Sie aufgrund einer behördlichen Anordnung durch das regionale Gesundheitsamt in Quarantäne genommen bzw. abgesondert wurden, erhalten Sie gem. §56 Abs.1 IfSG (Infektionsschutzgesetz) unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschädigung in Geld.

»»» Hier geht zu weiteren Informationen hinsichtlich der Antragstellung.


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