LÜKEX 2026: Niedersachsen übt für außergewöhnliche Hitze- und Dürrelagen
Extreme Hitze und langanhaltende Trockenheit stellen den Bevölkerungsschutz zunehmend vor neue Herausforderungen. Die vergangenen Wochen haben bundesweit gezeigt, dass außergewöhnliche Hitze weitreichende Auswirkungen haben kann – von gesundheitlichen Belastungen über eine erhöhte Waldbrandgefahr bis hin zu Einschränkungen bei Verkehr, Wasserversorgung oder anderen Kritischen Infrastrukturen.
Bildrechte: BBK
Vor diesem Hintergrund findet Anfang November 2026 die Länder- und Ressortübergreifende Krisenmanagementübung (LÜKEX) statt. Erstmals steht dabei das Szenario einer außergewöhnlichen Hitze- und Dürrelage im Mittelpunkt. Ziel der Übung ist es, das Zusammenwirken von Bund, Ländern und weiteren beteiligten Stellen weiterzuentwickeln und das nationale Krisenmanagement auf außergewöhnliche Krisenlagen vorzubereiten.
Die LÜKEX richtet sich an die strategische Ebene des Krisenmanagements. Geübt werden insbesondere ressort- und länderübergreifende Entscheidungsprozesse, die Zusammenarbeit der beteiligten Behörden sowie eine abgestimmte Risiko- und Krisenkommunikation.
LÜKEX 2026: Fakten
Thema: Außergewöhnliche Hitze- und Dürrelage
Termin: 2. bis 6. November 2026 (Hauptübungstage: 4. und 5. November)
Die Grafik zeigt die an der LÜKEX 2026 beteiligten Bundesministerien, Länder sowie weitere Behörden, Hilfsorganisationen, Unternehmen Kritischer Infrastrukturen und Verbände.
So beteiligt sich Niedersachsen an der LÜKEX
In Niedersachsen beteiligen sich mehrere Ministerien an der Übung. Gemeinsam wird erprobt, wie außergewöhnliche Hitze- und Dürrelagen ressortübergreifend bewältigt werden können. Dabei bringt jedes Ressort seine fachliche Perspektive und seine besonderen Aufgaben in die Übung ein.
Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement
Das Niedersächsische Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung koordiniert den Bevölkerungsschutz auf Landesebene und übernimmt bei außergewöhnlichen Krisenlagen eine zentrale Rolle. Im Rahmen der LÜKEX werden insbesondere das ressortübergreifende Krisenmanagement, die Zusammenarbeit mit Bund, Ländern und Kommunen sowie die Risiko- und Krisenkommunikation unter realitätsnahen Bedingungen geübt und weiterentwickelt.
Gesundheit
Langanhaltende Hitzeperioden stellen das Gesundheitswesen vor besondere Herausforderungen. Hohe Temperaturen können zu einer steigenden Zahl hitzebedingter Erkrankungen führen und insbesondere ältere Menschen, chronisch Kranke sowie weitere vulnerable Gruppen gefährden. Gleichzeitig können Krankenhäuser, Rettungsdienste und Pflegeeinrichtungen an ihre Belastungsgrenzen geraten.
Mit der LÜKEX nutzt das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung die Möglichkeit, interne Abläufe und Entscheidungsprozesse praxisnah zu erproben sowie das ressort- und behördenübergreifende Zusammenwirken weiterzuentwickeln.
Landwirtschaft und Waldbrandgefahr
Außergewöhnliche Hitze- und Dürrelagen können erhebliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben – von der Tierhaltung über den Ackerbau bis hin zu einer erhöhten Waldbrandgefahr, insbesondere in den waldreichen Regionen Nordostniedersachsens. Gleichzeitig gilt es, auch den Dienstbetrieb und das Krisenmanagement unter extremen Wetterbedingungen aufrechtzuerhalten.
Mit der LÜKEX erprobt das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gemeinsam mit Behörden, Institutionen und Unternehmen die Abstimmungs- und Kommunikationswege für den Ernstfall.
Verkehr
Die Folgen von Hitze und Dürre stellen auch den Verkehrsbereich vor wachsende Herausforderungen. Niedrigwasser, Hitzeschäden an der Infrastruktur, Einschränkungen im Verkehr und die daraus resultierenden Einschränkungen für die Logistik erfordern eine enge Abstimmung aller Beteiligten.
Die LÜKEX bietet dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen die Möglichkeit, gemeinsam mit den zuständigen Stellen Verfahren und Entscheidungswege zu erproben und die Widerstandsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur weiter zu stärken.
Die dargestellten Beispiele zeigen exemplarisch die unterschiedlichen Herausforderungen der beteiligten Ministerien. Weitere Ressorts bringen ihre jeweiligen Zuständigkeiten ebenfalls in die Übung ein.
Häufige Fragen zur LÜKEX
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Nachfolgend finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Übung.
Die Länder- und Ressortübergreifende Krisenmanagementübung (LÜKEX) ist die zentrale strategische Krisenmanagementübung von Bund und Ländern. Sie richtet sich an die politische und administrative Entscheidungsebene und dient der Weiterentwicklung des gesamtstaatlichen Krisenmanagements. Mit der Übungsserie wird das nationale Krisenmanagement in Deutschland auf strategischer Ebene seit 2004 regelmäßig überprüft und optimiert.
Unabhängig vom konkreten Szenario werden in der LÜKEX regelmäßig Strukturen, Abläufe und Entscheidungsprozesse trainiert, die in unterschiedlichsten Krisenlagen erforderlich sind. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen kontinuierlich in die Verbesserung von Vorsorge, Vorbereitung und Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz ein und verbessern zusätzlich die Fähigkeiten aller beteiligten Organisationen in Bezug auf die Zivile Verteidigung.
Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK),
FAQ zur LÜKEX 2026, Stand: 17. Juli 2026.
Die zehnte Übung der LÜKEX-Reihe befasst sich mit dem Thema
„Dürre und Hitzewelle – Notlage durch extreme Hitzewelle nach langjähriger Trockenperiode in Deutschland und Europa“.
Die LÜKEX 26 ist eine übergreifende Krisenmanagementübung für die strategische Ebene. Ausgelöst durch das fiktive Szenario einer jahrelangen Dürreperiode und darauffolgenden Hitzewellen wird das nationale Krisenmanagement gefordert.
Das Übungsszenario geht von mehreren aufeinanderfolgenden Dürrejahren mit erheblichen Folgen für Bevölkerung, Umwelt, Wirtschaft und Infrastruktur aus. Eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 45 Grad Celsius verschärft die Lage zusätzlich. Im Mittelpunkt der Übung stehen strategische Entscheidungen zum Schutz der Bevölkerung, der Umgang mit sektorübergreifenden Auswirkungen sowie eine belastbare Krisenkommunikation.
Das hierfür entwickelte Szenario betrifft ganzheitlich alle Akteure des deutschen Krisenmanagements in einem solchen Ausmaß, dass sie die sich zuspitzende Lage nicht mehr mit eigenen Mitteln bewältigen können. So wird eine länderübergreifende Krise erzeugt, die das Erproben übergreifender Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern sowie weiteren Akteuren des nationalen Krisenmanagements ermöglicht und Betreiber Kritischer Infrastrukturen einbezieht.
Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK),
FAQ zur LÜKEX 2026, Stand: 17. Juli 2026.
An der LÜKEX 26 mit dem Thema „Dürre und Hitze“ nehmen insgesamt etwa 150 Organisationen teil. Damit ist sie die größte übergreifende Übung, in der Bund und Länder gemeinsam das strategische Krisenmanagement üben.
Mit Niedersachsen üben zehn Bundesländer (Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt) mit etwa 90 Ministerien auf Landesebene gemeinsam aktiv mit.
Aus Niedersachsachen nehmen teil:
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Niedersächsisches Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung
Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen
Über 20 Bundesbehörden unter anderem aus den Ressorts Umwelt, Landwirtschaft, Verkehr, Inneres, Gesundheit sowie Hilfsorganisationen, KRITIS-Unternehmen und Kooperationsplattformen nehmen ebenfalls aktiv an der Übung teil.
Zusätzlich begleiten weitere 90 Organisationen aus Bund, Ländern, Hilfsorganisationen, Verbänden, KRITIS und Wissenschaft die Übung.
Das Szenario basiert unter anderem auf der Risikoanalyse „Dürre“ des BBK und wurde gemeinsam mit Bund, Ländern sowie Fachbehörden wie dem Deutschen Wetterdienst und der Bundesanstalt für Gewässerkunde weiterentwickelt.
Die Projektleitung nimmt im Auftrag des BMI das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wahr. Die Einzelheiten der Übung werden eng mit den Projektgruppen der Beteiligten abgestimmt. Gemeinsam wurden Übungsschwerpunkte gesetzt, das fiktive Szenario der Übung entwickelt und die Ergebnisse ausgewertet.
Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK),
FAQ zur LÜKEX 2026, Stand: 17. Juli 2026.
In der Woche vom 2. bis 6. November 2026 wird die LÜKEX 26 durchgeführt. Die beiden Hauptübungstage werden der 4. und 5. November 2026 sein.
Die LÜKEX findet immer bundesweit in den Krisenstabsräumen der beteiligten Organisationen statt. Die Zentrale Übungssteuerung (ZÜST) des BBK wird an der BABZ (Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung) aufgebaut.
Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK),
FAQ zur LÜKEX 2026, Stand: 17. Juli 2026.
Am Anfang jeder LÜKEX steht die Planungsphase. Hier werden in einem Abstimmungsprozess mit den Ländern und Ressorts das übergreifende Thema für die Übung festgelegt, Übungsbeteiligte geworben sowie ein erstes grobes Szenario festlegt.
Die Vorbereitungsphase ist das Herzstück des LÜKEX-Prozesses. In zahlreichen gemeinsamen Arbeitstagungen und Workshops werden das Szenario und die Grundlagen der Übung entwickelt. So gewinnen die Beteiligten bereits wichtige Erkenntnisse, die schon vor der eigentlichen Übungsdurchführung das Krisenmanagement verbessern können. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend wird in einem diskursiven Prozess Schritt für Schritt das Drehbuch als Basis für die Steuerung der Übung erstellt. Das Schreiben des Drehbuchs ist für alle Beteiligten sehr zeitintensiv, da die gewünschten Übungsinhalte in einzelne Drehbucheinlagen – das sind Fakten, Ereignisse, Tatsachen, mit denen die Übenden in der Übung konfrontiert werden– „übersetzt“ werden. Gleichzeitig werden die einzelnen Handlungsstränge so aufeinander abgestimmt, dass der Szenario-Ablauf insgesamt plausibel bleibt. Die übenden Stäbe werden durch Planbesprechungen auf die Übungsdurchführung vorbereitet.
Die Vorbereitungen der LÜKEX 26 laufen bereits seit 2024. Den Auftakt bildete eine übergreifende Planbesprechung „Ra“ im November 2024 zur Einführung in das Szenario. Bis Ende 2025 wurden bereits rund 30 individuelle Vertiefungsübungen in einzelnen Behörden und Organisationen durchgeführt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Konzeption der Kernübung ein.
Die Übungsdurchführung ist der Höhepunkt des Übungszyklus und zugleich ein Stresstest für das Krisenmanagement. Die eigentliche Übung dauert zwei Tage. Hier werden die Übenden aktiv, die – bis auf einige vorbereitende Schulungen und Einweisungsveranstaltungen – nicht in den Vorbereitungsprozess und bei der Drehbucherstellung involviert waren. Sie arbeiten in der Regel während der Übungsdurchführung in den für reale Lagen eingerichteten Krisenstabsräumen vor Ort.
Jede LÜKEX-Übung wird in der Auswertungsphase sorgfältig aufgearbeitet. Die gewonnenen Erkenntnisse und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen werden in einem Auswertungsbericht zusammengefasst. Er ist eine wichtige Richtschnur, um die Strukturen und Verfahren des strategischen Krisenmanagements zu optimieren.
Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK),
FAQ zur LÜKEX 2026, Stand: 17. Juli 2026.
LÜKEX-Übungen werden seit 2004 von Bund und Ländern gemeinsam durchgeführt. Die speziellen Themenstellungen beziehungsweise Übungsthemen wechseln (z. B. großflächige Stromausfälle, weltweite Pandemien, massive Cyberattacken, Terroranschläge, Sturmfluten, Gasmangellagen). Die Entstehung der LÜKEX ist eng verbunden mit der Gründung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) 2004 und den Erfahrungen des Hochwassers von 2002.
Die Übungen sind als übergreifende Krisenmanagementübungen primär auf die Verbesserung der Arbeit der strategischen Entscheidungsebene ausgerichtet, insbesondere auf die abgestimmte Entscheidungsfindung der interministeriellen Krisenstäbe und politisch-administrativen Verwaltungsstäbe auf Bundes- und Landesebene.
Die Übungsserie unterstützt dabei u. a.,
die übergreifende Krisenreaktionsfähigkeit in außergewöhnlichen Krisenlagen zu verbessern und die Krisenmanagementstrukturen weiterzuentwickeln,
den Handlungsbedarf festzustellen, etwa in Bereichen, in denen keine etablierten Verfahren der Zusammenarbeit oder Abstimmungswege existieren oder noch optimiert werden müssen und
die Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse auf strategischer Ebene zwischen Bund, Ländern und anderen relevanten Akteuren zu fördern.
Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK),
FAQ zur LÜKEX 2026, Stand: 17. Juli 2026.
Die LÜKEX ist eine Reihe von Krisenmanagementübungen. Die Szenarien der einzelnen Übungen sind vor allem auf die Verbesserung der Arbeit der strategischen Entscheidungsebene ausgerichtet.
Im Mittelpunkt steht daher vorrangig die Kooperation/ Abstimmung zu einer gemeinsamen Entscheidungsfindung von Bund, Ländern und weiteren Akteuren wie den Hilfsorganisationen und KRITIS-Betreibern im nationalen Krisenmanagement.
Mit den unterschiedlichen (Extrem-)Krisenszenarien werden somit auch grundlegende Fähigkeiten des Zivilschutzes und im Kontext der Zivilen Verteidigung trainiert.
Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK),
FAQ zur LÜKEX 2026, Stand: 17. Juli 2026.
Oberstes Ziel der Übung LÜKEX 26 ist die Optimierung des nationalen Krisenmanagements. Die LÜKEX 26 bietet Raum, um das Zusammenwirken der Landesverwaltungen mit dem Bund und den Ländern, sowie weiteren Organisationen des Krisenmanagements zu optimieren und so die Handlungsfähigkeit der Verwaltungen in Krisensituationen weiter zu stärken. Gleichzeitig sensibilisiert die LÜKEX 26 die zuständigen Behörden und Organisationen für die Themen Hitze und Dürre sowie Klimafolgenanpassung und ermöglicht so eine zielgerichtete Vorplanung für dieses Szenario.
Die Übungsziele der LÜKEX sind maßgebend für die Ausrichtung der Übung: die Übungsanlage, -durchführung und -auswertung orientieren sich an den Übungszielen. Um eine Kontinuität innerhalb der Übungsserie zu schaffen und eine Weiterentwicklung des nationalen Krisenmanagements zwischen den einzelnen Übungen sichtbar zu machen, wurden mit der LÜKEX-Gemeinschaft permanente Übungsziele erarbeitet und abgestimmt, die in jeder LÜKEX-Übung Anwendung finden sollen.
Die permanenten Übungsziele konzentrieren sich auf:
die Strukturen und Verfahren zur übergreifenden Krisenbewältigung,
ein übergreifendes Lageverständnis,
die Priorisierungen und Entscheidungsfindungen durch die strategische Ebenei,
eine übergreifende Krisenkommunikation.
Diese vier Ziele spiegeln im Wesentlichen die Erkenntniskategorien bisheriger LÜKEX-Übungen der letzten 20 Jahre wider. Im Bedarfsfall können diese vier permanenten Ziele durch übungsthemenspezifische Ziele ergänzt werden.
Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK),
FAQ zur LÜKEX 2026, Stand: 17. Juli 2026.
Ein erfolgreiches Krisenmanagement beinhaltet nicht nur die Bewältigung einer Lage, sondern auch die Kommunikation in dieser bzw. über diese. Wichtig ist außerdem die Risikokommunikation, also die Information der Bevölkerung über mögliche Selbstschutz- und Selbsthilfemaßnahmen vor einer potenziellen Krise. Im Kontext der weltweiten Informations- und Mediengesellschaft ist eine gelingende Risiko- und Krisenkommunikation eines der wichtigsten Instrumente des strategischen Krisenmanagements. Risiko- und Krisenkommunikation kann Ausprägung und Verlauf von Krisen entscheidend beeinflussen.
Dem Grunde nach gilt: Nur wenn die Bevölkerung über zielgruppengenaue Medien und Kanäle valide, schnell, überzeugend und kompetent informiert wird, kann Vertrauen in das staatliche Krisenmanagement entstehen.
Deshalb wird bei der Übung LÜKEX 26 – wie schon bei den vorangegangenen Übungen – von den übenden Stäben als Übungsziel eine aktive (fiktive) Medien- und Öffentlichkeitsarbeit während der Krise, d. h. eine abgestimmte Krisenkommunikation erwartet.
Ein wichtiges Übungsziel und damit ein Schwerpunkt der LÜKEX 26 liegt in der Erprobung, Weiterentwicklung und Verbesserung der bereichsübergreifenden internen und externen (Risiko- und) Krisenkommunikation. Dazu wurde ein von der echten Medienwelt abgeschlossen Übungsumfeld geschaffen.
Zentral wird vom BBK in der Übungssteuerung eine fiktive Medienwelt bereitgestellt, die durch die Übenden vergleichbar der echten Medienumgebung betrachtet werden kann. Eigens dafür wird z.B. eine Nachrichtensendung produziert, welche den Übungsverlauf abbildet). Ferner gibt es klassische Zeitungsartikel die als Online-Ausgaben zur Verfügung gestellt werden. Ebenso wird eine Social-Media-Umgebung simuliert, in der vorbereitete Postings eingespielt werden können, auf die die Übenden reagieren können.
Die Übenden erhalten somit eine realistische Übungsumgebung und können die eigenen Abläufe der Presse- bzw. Social-Media-Arbeit in einer Krise trainieren sowie zuvor definierte Abläufe testen.
In der LÜKEX als strategische Krisenmanagementübung geht es aber hauptsächlich darum, die Einbindung der kommunikative Potentiale in die Krisenstäbe zu üben, also wie diese organisiert sind, wo sie aufgehängt sind in der Organisationsstruktur und wie sie dazu beitragen können, strategische Entscheidungen zu erleichtern, die dem Schutz der Bevölkerung und der Bewältigung der Krise dienen.
Die LÜKEX zeigt, wie wichtig eine abgestimmte Risiko- und Krisenkommunikation ist. Mit dem Notfall-Monitor Niedersachsen stellt die Landesregierung der Bevölkerung dafür eine zentrale Informationsplattform mit Warnungen, Handlungsempfehlungen und weiterführenden Informationen zur Verfügung.
Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK),
FAQ zur LÜKEX 2026, Stand: 17. Juli 2026.
Warnung und Vorsorge sind das Fundament für einen starken Bevölkerungsschutz. In unserem Notfall-Monitor haben wir für Sie die wichtigsten Elemente zusammengestellt.