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Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die Energieversorgung in Niedersachsen

Die Gasversorgung in Deutschland ist derzeit gesichert. Damit die Energieversorgung Niedersachsens für die Bevölkerung, die Wirtschaft und alle anderen Bereiche sicher bleibt, wurden im Umweltministerium zwei Taskforces gebildet: die Taskforce „Sichere Energieversorgung“ und die Taskforce „LNG Wilhelmshaven“ – jeweils mit Expertinnen und Experten aus dem Umwelt- und Energieministerium, von Verbänden, Gewerkschaften, Energieversorgern, Infrastruktur-Betreibern und Netzunternehmen.



Aufgaben der Taskforce „Sichere Energieversorgung“

Die Taskforce „Sichere Energieversorgung“ kümmert sich darum, dass der Bevölkerung, der Wirtschaft und allen anderen Bereichen sicher und ausreichend Energie zur Verfügung steht.



Ziele der Taskforce „Sichere Energieversorgung“

  • unabhängig sein von unzuverlässigen Energielieferanten
  • mehr Energie von zuverlässigen Energielieferanten kaufen
  • Energie aus Wind & Sonne in Niedersachsen nutzen
  • Einsparmöglichkeiten von Energie aufzeigen



LNG in Niedersachsen: „LNG Wilhelmshaven“

Die Landesregierung unterstützt den Bau neuer LNG-Terminals. Konkret wurde in Niedersachsen der Standort Wilhelmshaven benannt. Ziel ist, beim Import von Erdgas künftig unabhängig von Russland zu werden – mit einer zugleich möglichen Umstellung auf grünes Gas.



LNG = Flüssiggas

LNG (Liquefied Natural Gas) bedeutet zu Deutsch: verflüssigtes Erdgas. Heruntergekühlt auf minus 162 Grad Celsius weist das Flüssiggas ein etwa 600-Mal geringeres Volumen auf als im gasförmigen Zustand. Dadurch werden die Lagerung und der Transport auf Tankschiffen erleichtert. Nach dem Anlanden an einem speziellen Terminal kann das LNG wieder in Gas umgewandelt und ins Netz eingespeist werden.

Als wichtige Exportländer für LNG gelten die USA, Katar und Australien. Mehrere europäische Staaten verfügen bereits über eine Import-Infrastruktur für Flüssiggas, darunter Frankreich, Spanien, Großbritannien und Italien.



Die Rolle von LNG für die zukünftige Energieversorgung in Deutschland

Als eine Reaktion auf den Krieg in der Ukraine hat Bundeskanzler Olaf Scholz am 27. Februar 2022 den Bau von zwei LNG-Terminals angekündigt, in Wilhelmshaven in Niedersachsen und Brunsbüttel in Schleswig-Holstein. Durch den Import von Flüssiggas soll die Bundesrepublik unabhängig von Erdgas aus Russland werden. Bislang stammt das meiste nach Deutschland importierte Erdgas aus Russland. Gemessen am inländischen Gasverbrauch ist Deutschland zu 49 Prozent von Russland abhängig. LNG könnte zwei Drittel russischer Erdgasimporte ersetzen.

Gleichwohl ist LNG nur eine Zwischenlösung in der Energiewende. Über die schnelle und deutliche Ausweitung Erneuerbarer Energien kann die bestehende Abhängigkeit der Energieversorgung Deutschlands und Niedersachsens vom Import fossiler Energieträger reduziert werden. Die Landesregierung setzt deshalb auf allen Ebenen auf die Beschleunigung des Ausbaus Erneuerbarer Energien und des Hochlaufs der Wasserstoffwirtschaft. Das bedeutet auch, dass die neuen LNG-Terminals „Green Gas Ready“ sein müssen, damit ein problemloser Umstieg auf grünes Gas erfolgen kann.



Standorte für LNG-Terminals in Niedersachsen

In Niedersachsen sind die Standorte Wilhelmshaven und Stade planerisch im Gespräch. In beiden Städten gibt es seit Jahren, teils Jahrzehnten Pläne von Investoren und Unternehmen, eine entsprechende Infrastruktur für den Import von Flüssiggas aufzubauen.

Mit der Ankündigung für den Bau zweier Importterminals durch Bundeskanzler Olaf Scholz steht auf niedersächsischer Seite aktuell vor allem der Standort Wilhelmshaven im Fokus. Mit einer Taskforce – einem eigens installierten Expertengremium – unterstützt das niedersächsische Energieministerium die Planung und Umsetzung und steht dabei im Austausch mit Verbänden, Gewerkschaften, Energieversorgern, Infrastruktur-Betreibern und Netzunternehmen. Für eine schnelle Umsetzung werden zügig Gespräche mit dem Bund und der Europäischen Union zu führen sein.

Für die geplante Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen hin zum Import von grünem Gas wird Deutschland in Zukunft jedoch mehr als nur zwei Importterminals brauchen – so das niedersächsische Energieministerium.


+++ Presseinformation vom 05. Mai 2022 +++
Bund und Niedersachen unterzeichnen Vereinbarung zum Ausbau der LNG und GreenGas Importinfrastruktur Niedersachsen

Krieg in der Ukraine

Nachfolgende Seiten bieten die wichtigsten Informationen für Geflüchtete zur Einreise aus der Ukraine und dem Aufenthalt in Niedersachsen, ergänzt um viele Hilfs- und Betreuungsangbote sowie Wissenswertes zu den Auswirkungen des Krieges in Niedersachsen.

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