Niedersachen klar Logo

Gesundheit, Hygiene und Verhalten im Verdachtsfall – Antworten auf häufig gestellte Fragen

zuletzt aktualisiert am 20.03.2020

Es wird immer wieder über Risikogruppen gesprochen – wer genau gehört dazu?

Es handelt sich hierbei um Menschen, bei denen im Falle einer Infizierung ein schwieriger bis hin zu einem lebensbedrohlichen Krankheitsverlauf eintreten kann. Hierzu gehören:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für einen schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    des Herzens (z.B. koronare Herzerkrankung),
    der Lunge (z.B. Asthma, chronische Bronchitis),
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
  • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Patienten mit einer Krebserkrankung.
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z.B. Cortison

Wie verhält es sich beim Besuch von Freunden oder Familienmitglieder im Krankenhaus?

Grundsätzlich besteht ein Besuchsverbot in Krankenhäusern, Kliniken wie auch Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen.

Ausgenommen sind hiervon Besuche:

- von werdenden Vätern,
- von Vätern neugeborener Kinder,
- von Eltern und Sorgeberechtigten von Kindern auf Kinderstationen
- und Besuche enger Angehöriger von Palliativpatienten.

Dürfen Großeltern, Familienmitglieder, Freunde in Heimen für ältere Menschen, pflegebedürftige Menschen oder Menschen mit Behinderungen besucht werden?

Nein, gerade diese Bevölkerungsgruppen gehören zu den besonders gefährdeten Personen mit einem besonders hohen Risiko für schwere Krankheitsverläufe.

Insofern besteht hier ein generellen Besuchs- und Betretungsverbot.

Im Video: Drei Fragen, drei Antworten zum Coronavirus – von Dr. Masyar Monazahian, Virologe im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) (Gebärdensprache)

Was ist das Coronavirus?
Coronaviren wurden erstmals Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Sie können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren, darunter Vögel und Säugetiere. Coronaviren verursachen in Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten wie dem Middle East Respiratory Syndrome (Mers) oder dem Severe Acute Respiratory Syndrome (Sars).

Wofür stehen Sars-CoV-2 und Covid-19?
Seit dem 11. Februar 2020 hat das neuartige Coronavirus, das bislang vorläufig mit 2019-nCoV bezeichnet wurde, einen neuen Namen: Sars-CoV-2. Das Akronym Sars steht dabei für Schweres Akutes Atemwegssyndrom. Der Name weist auf die enge Verwandtschaft zum Sars-Virus hin, das 2002/2003 eine Epidemie ausgelöst hatte. Auch die Lungenkrankheit, die durch Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann, hat einen neuen Namen erhalten. Sie wird nun Covid-19 (Corona Virus Disease 2019) genannt.

Wie wird es übertragen?
Coronaviren können von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die Inkubationszeit kann bis zu zwei Wochen betragen. Da das neue Virus ein Erkältungsvirus ist, kann man sich auf den üblichen Übertragungswegen anstecken. Vermutet wird eine Verbreitung über die Atemwege (sogenannte Tröpfcheninfektion), aber auch eine Schmierinfektion ist möglich. Dazu kommt es, wenn mit den Händen kontaminierte Oberflächen (wie Türklingen, Wasserhähne, Lichtschalter) oder Menschen berührt werden und man sich anschließend an Mund, Nase oder Augen fasst.
(Quelle: Deutsche Familienversicherung)

Was sind die Symptome?
Wie andere Erreger von Atemwegserkrankungen kann eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu Krankheitszeichen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen. Einige Betroffene leiden auch an Durchfall. Bei einem Teil der Patienten scheint das Virus mit einem schwereren Verlauf einherzugehen und zu Atemproblemen und Lungenentzündung zu führen. Todesfälle traten allerdings bisher vor allem bei Patienten auf, die älter waren und/oder bereits zuvor an chronischen Grunderkrankungen litten. Derzeit liegt der Anteil der Todesfälle, bei denen die Erkrankung mittels Labortest bestätigt wurde bei etwa 2 Prozent. Es ist aber wahrscheinlich, dass dieser Anteil tatsächlich geringer ist, weil sich die Daten auf Patienten beziehen, die im Krankenhaus behandelt wurden.
Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?
Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen Husten- und Nies-Etikette, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (ca. 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten.
(Quelle: Robert-Koch-Institut)

Ist ein Mundschutz sinnvoll?
Laut Bernd Salzberger, Chef der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, ist ein Mundschutz nur für Menschen sinnvoll, die bereits an einer akuten Atemwegsinfektion leiden und die sich dennoch im öffentlichen Raum bewegen müssen. Für alle anderen Menschen ist diese Maßnahme nicht unbedingt notwendig. Außerdem gibt es aus wissenschaftlicher Perspektive bislang noch keine hinreichenden Belege dafür, dass das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person verringert.

Kann man sich auch durch importierte Lebensmittel oder andere Gebrauchsgegenstände mit Covid-19 infizieren?
Eine Übertragung durch aus Risikogebieten importierte Lebensmittel oder andere Waren ist laut Bundesministerin Julia Klöckner und dem Bundesinstitut für Risikobewertung nach bisherigem Wissensstand sehr unwahrscheinlich. Dies ist unter anderem auf eine relativ geringe Umweltstabilität des neuartigen Virus zurückzuführen. Derzeit gibt es keinen Fall, bei dem eine Infizierung durch Verzehr oder Kontakt mit einem importierten Produkt nachgewiesen ist. Dennoch sollten die allgemeinen Hygiene-Hinweise auch im Umgang mit importieren Produkten und Lebensmitteln eingehalten werden.
Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Was sollten Personen tun, die den Verdacht haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben?
Personen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage vor Erkrankungsbeginn in einem vom Robert Koch-Institut definierten Risikogebiet aufgehalten haben und grippale Symptome entwickeln oder wissentlich Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall hatten, sollten sich zunächst telefonisch bei ihrem Hausarzt/ihrer Hausärztin oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst melden und die Situation besprechen. Wenn bei Ihnen eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu vermuten ist, wird sich Ihre Ärztin/Ihr Arzt mit dem örtlichen Gesundheitsamt beraten, wie weiter vorgegangen werden soll. Ob erkrankte Personen zu Hause bleiben können oder eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus aufsuchen müssen, hängt von der Schwere der Symptomatik ab, wie bei anderen Atemwegsinfekten auch.
Das Land richtet derzeit gemeinsam mit der KVN in allen 37 Landkreisen und 8 kreisfreien Städten regionale Testzentren bei Kliniken oder Gesundheitsämtern ein. Eine Auflistung der bereits in Betrieb gegangenen Testzentren finden Sie auf der Homepage der KVN. Außerdem sind in allen Landkreisen, in denen noch keine Testzentren eingerichtet sind, mobile Testteams unterwegs, die ebenfalls in begründeten Verdachtsfällen Patienten in ihrer häuslichen Umgebung testen. Die KVN hat darüber hinaus ein Verteilzentrum für Schutzkleidung eingerichtet, die von den in den Zentren und im mobilen Dienst tätigen Ärztinnen, Ärzten und dem medizinischen Fachpersonal benötigt wird.

Zahlt die Krankenkasse den Test auf das neuartige Coronavirus?
Seit dem 28.02.2020 übernehmen die Krankenkassen die Kosten einer Testung auf das neuartige Coronavirus in einem weiten Umfang. Anders als bislang ist nun dafür nur noch die Voraussetzung, dass der kontaktierte Arzt einen Test bei einem Patienten/einer Patientin für notwendig erachtet.
Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Gibt es eine Impfung?
Nein. Zurzeit gibt es noch keine spezifische, gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie. Es verläuft allerdings auch nicht jede Erkrankung nach Infektion mit Sars-CoV-2 schwer. Deshalb stehen im Zentrum der Behandlung die optimalen unterstützenden Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes. Dies kann die Sauerstoffgabe, einen Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes und auch ggf. die Antibiotikagabe bedeuten. Welche Therapie genau angewandt wird, entscheiden die jeweils zuständigen Ärzte angepasst auf den konkreten Einzelfall.
Quelle: Robert-Koch-Institut

Sind Reise ins Ausland noch möglich?
Das Auswärtige Amt rät aktuell von nicht notwendigen Reisen ins Ausland ab, da mit weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist.
Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch.
Die wichtigsten Hinweise zu Reisen in Zeiten des Corona-Virus vor/während und nach der Reise finden Sie hier:
https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762

Kann ich mich über Haustiere infizieren oder diese mit COVID-19 anstecken?
Es gibt weiterhin keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen (siehe auch Einschätzung des European Centre for Disease Control www.ecdc.europa.eu und der WHO www.who.int) oder eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass sich Haustiere bei einer infizierten Person anstecken können.
Soweit bei Ihnen durch das Gesundheitsamt eine Quarantäne-Maßnahme angeordnet wurde, dann gilt diese in der Regel nicht für Ihr Haustier. Insofern sollten Sie geeignete Personen um Unterstützung bitten, die beispielsweise mit Ihrem Hund spazieren gehen. Bestätigt infizierte Personen sollten den engen Kontakt zu ihren Haustieren, wie z. B. das Abschlecken des Gesichts durch die Tiere, vermeiden.
(Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut – Bundesforschungsinstitut für Tiermedizin)

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln